Das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) hat im Vorjahr 154 Millionen Euro aus Betrugsfällen eingetrieben. Steuerbetrugsbekämpfung sei ein „Beitrag zur Gerechtigkeit“ und hebe die „Steuermoral“, sagte Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) heute in Wien.
Das ABB kontrolliert 51.235 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 25.981 Betrieben. Darüber hinaus wurden 411 Scheinfirmen zugesperrt, 7.288 Finanzstrafverfahren abgeschlossen, 128 Hausdurchsuchungen durchgeführt und 92,5 Terabyte Beweisdaten sichergestellt.
„Immer“ Beleg mit QR-Code verlangen
„Ich zahle gerne Steuern, wenn ich weiß, dass andere Steuern zahlen“, so Marterbauer. Die Bekämpfung von Steuerbetrug wird außerdem als „präventiv“ bezeichnet, es müssten dabei laufende Fälle wie der jüngst aufgedeckte Registrierkassenbetrug bekanntgemacht werden.
Auch Konsumentinnen und Konsumenten könnten zur Steuerehrlichkeit beitragen, indem sie „immer“ in Gasthaus und Hotel einen Beleg mit QR-Code verlangen, so Marterbauer. „Besonders anfällig“ für Betrug sind ihm die Branchen Gastronomie, Beherbergung, Bau, Glücksspiel und Kryptowährung. Verstärkt wolle man auf die internationale Zusammenarbeit setzen, führte Marterbauer fort.
Anstiege bei Scheinfirmen
ABB-Vorstand Christian Ackerler wies auf einen „massiven Anstieg“ im Bereich Scheinfirmen hin. Nach 197 Verfahren im Jahr 2024 verdoppelte sich die Anzahl der festgestellten Scheinfirmen im vergangenen Jahr auf 411.
Die Steuerehrlichkeit sei in Österreich „sehr hoch“, sagte Ackerler. Es gehe nun darum, dass die Steuermoral auch hoch bleibe, fügte Marterbauer hinzu. Betrügerinnen und Betrüger würden „immer kreativer werden, aber wir werden auch immer kreativer“, so der Finanzminister.

