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Monday, April 20, 2026

Videos von ICE-Todesschüssen auf US-Bürger veröffentlicht

Ein Jahr nach den tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungspolizei ICE auf den US-Bürger Ruben Ray Martinez im Bundesstaat Texas sind Videos von dem Vorfall veröffentlicht worden. Die am Freitag (Ortszeit) von den texanischen Behörden zugänglich gemachten Bodycam-Aufnahmen dürften neue Fragen zu dem Fall aufwerfen. So scheinen die Bremslichter von Martinez’ Auto zu leuchten, als drei Schüsse zu hören sind.

Das würde der Behördendarstellung widersprechen, Martinez habe sein Fahrzeug beschleunigt und gezielt auf einen Polizisten zugesteuert. Zu sehen ist auf den Körperkameraaufnahmen dann, wie Polizisten den schwer verletzten 23-Jährigen aus dem Wagen zerren und ihm Handschellen anlegen.

Ein weiteres Video zeigt die Befragung von Martinez’ Beifahrer Joshua Orta. Hier gibt es an, dass das Auto sich „kaum bewegt“ hat, bevor die Schüsse abgegeben wurden. Orta räumt aber auch ein, dass Martinez wegen unseres Alkoholkonsums „Panik“ bekommen habe, als er die Polizisten gesehen habe – und ein Beamter vom Auto am Fuß getroffen worden sei.

Vorfall schon im Vorjahr

Martinez war bereits im März 2025 im texanischen South Padre Island von der Polizei erschossen worden. Der Vorfall sorgte damals aber nicht für größeres Aufsehen – zumal nicht öffentlich wurde, welche Polizeieinheit den jungen Mann erschossen hatte.

Erst im vergangenen Monat gab das US-Heimatschutzministerium zu, dass ein ICE-Polizist die tödlichen Schüsse abgegeben hatte. Zuvor hatte eine Nichtregierungsorganisation die Freigabe interner Behördendokumente zu dem Fall erzwungen.

Martinez gilt damit als erstes von insgesamt drei US-Todesopfern durch Schüsse von Einwanderungspolizisten seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump Anfang 2025. Im Jänner hatten Beamte von ICE und des Grenzschutzes bei zwei Vorfällen in der Großstadt Minneapolis die US-Bürger Renee Good und Alex Pretti erschossen. Diese auf Handyvideos festgehaltenen Todesfälle sorgen umgehend für heftige Proteste und internationale Schlagzeilen.

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