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Thursday, May 21, 2026

Verstöße gemeldet: Brüchige Waffenruhe in der Ukraine

Es habe unter anderem 22 direkte russische Angriffe sowie 153 Bombenangriffe gegeben, hieß es seitens des ukrainischen Generalstabs. Außerdem wurden fast 300 Drohnenangriffe gezählt. Die Feuerpause soll eigentlich bis Sonntagabend gelten.

Die russischen Behörden meldeten wiederum ukrainische Drohnenangriffe auf die in Westrussland gelegenen Regionen Kursk und Belgorod. Fünf Menschen wurden dabei verletzt, hieß es am Samstag. Darunter findet sich ein Baby, das bei einem Angriff auf eine Tankstelle Verletzungen erlitten hat.

Selenskyj ruft zu Verlängerung von Waffenruhe auf

Dessen ungeachtet rief der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft zu einer Verlängerung der Feuerpause auf. „Wir haben Russland einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, und wenn Russland sich erneut für den Krieg statt für den Frieden entscheidet, wird dies der Welt und den Vereinigten Staaten einmal mehr zeigen, wer wirklich was will.“

Zusagen mit Vorbehalt

Der Sprecher des Kremls, Dmitri Peskow, hatte am Freitag laut der russischen Nachrichtenagentur TASS betont, die Waffenruhe habe ausschließlich humanitären Charakter. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha schrieb auf der Plattform X, sein Land werde sehen, wo und wann die Waffenruhe einsetze, und sei ihrerseits bereit, darauf zu reagieren. Aus Sicht der Ukraine gibt es keine Notwendigkeit, Angriffe wieder aufzunehmen.

Tote bei Angriffen vor Feuerpausenbeginn

Kurz vor dem geplanten Inkrafttreten der Waffenruhe wurden laut Kiew in der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer mindestens zwei Menschen bei einem russischen Angriff getötet. Es habe außerdem mehrere Verletzte und Schäden an zahlreichen Gebäuden, darunter Wohnhäuser und einen Kindergarten, gegeben.

Reuters/Nina Liashonok

Zerstörtes Gebäude in Odessa

In der zentralukrainischen Stadt Poltawa am Fluss Worskla habe außerdem ein „feindlicher Drohnenangriff“ ein Geschäft und ein Cafe getroffen, erklärte die regionale Militärverwaltung. Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen. In der nordöstlichen Region Sumy trafen russische Drohnenangriffe laut der regionalen Militärverwaltung mehrere Wohngebiete. Dabei wurden mindestens 14 Menschen verletzt.

Russisches Erdöllager getroffen

Das russische Verteidigungsministerium berichtete am Samstag von 99 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. Zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium keine Angaben. Laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform brach in der Stadt Krymsk in der südrussischen Oblast Krasnodar in der Nacht auf Samstag auf dem Gelände eines Erdöllagers ein Brand aus. Auslöser seien abstürzende Drohnenteile auf dem Gelände gewesen.

Verhandlungen wegen Iran-Krieges auf Eis

In dem mittlerweile seit 24. Februar 2022 und damit mehr als vier Jahre andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat es bereits mehrere Versuche einer zeitlich begrenzten Waffenruhe an Feiertagen gegeben, auch zu den Ostern im Vorjahr – beide Seiten warfen einander aber immer wieder Verstöße dagegen vor. Kiew betrachtet eine Waffenruhe als Schritt hin zu einem Kriegsende, Moskau dagegen will zuerst Konfliktfragen lösen, vor allem solche über von Russland beanspruchte ukrainische Gebiete.

Bei den Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew unter US-Vermittlung hatte es zuletzt nach Angaben der erreichten Fortschritte gegeben. Allerdings ist vor allem wegen der offenen Frage eine Lösung für das Gebiet Donezk bisher keine Einigung in Sicht. Moskau kontrolliert bisher den größten Teil des Gebiets, verlangt aber für ein Kriegsende auch die letzten Kilometer inklusive der für Kiew strategisch wichtigen Städte Kramatorsk und Slowjansk. Die Ukraine lehnte solche Gebietsabtretungen kategorisch ab.

Außerdem gibt es seit Beginn des Krieges im Iran nach den US- und israelischen Angriffen am 28. Februar eine Verhandlungspause. Kiew und Moskau hatten sich zwar für eine rasche Wiederaufnahme der Gespräche ausgesprochen. Einen Termin für trilaterale Verhandlungen gibt es aber bisher nicht.

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