In der Hauptstadt von Minnesota, St. Paul, führte Springsteen seinen Song „Streets of Minneapolis“ auf. Darin singt unter anderem von „König Trumps Privatarmee vom DHS (Heimatschutzministerium, Anm.)“. Springsteen schrieb den Song als Reaktion auf die aggressive Abschiebekampagne der ICE und anderer Grenzbehörden. Dabei wurden auch zwei US-Bürger, Renee Nicole Good und Alex Pretti, von Beamten erschossen.
Auf der Bühne erklärte der Musiker, dass der anhaltende Widerstand der Menschen gegen ICE dem Rest des Landes Hoffnung gegeben habe. „Eure Stärke und euer Engagement haben uns gezeigt, dass dies immer noch Amerika ist“, sagte er. „Und dieser reaktionäre Alptraum und diese Übergriffe auf amerikanische Städte werden nicht hingenommen werden.“
„Wir lassen uns von Tyrannen nicht einschüchtern“
In derselben Kerbe schlug der demokratische Senator Sanders: Minnesota habe „dem amerikanischen Volk – und ja, sogar der ganzen Welt – gezeigt, worum es bei der Demokratie geht, worum es bei Basisaktivismus geht und worum es geht, wenn man für die amerikanische Ideale von Freiheit und Gerechtigkeit eintritt“, so Sanders. „Wir lassen uns von Tyrannen nicht einschüchtern“, sagte die Demokratin Ilhan Omar.
Auch in weiteren zahlreichen Städten – von großen Metropolen bis hin zu kleineren Orten – gingen Menschen gegen die Politik der Trump-Regierung auf die Straße.
Prominente Unterstützung auch bei Demo in New York
In New York versammelten sich in Manhattan Tausende Menschen. Der Schauspieler und Mitorganisator Robert De Niro sagte dort: „Es gab andere Präsidenten, die die verfassungsmäßigen Grenzen ihrer Macht ausgetestet haben. Aber keiner war eine derart existenzielle Bedrohung für unsere Freiheiten und unsere Sicherheit.“
In der Hauptstadt Washington warnten Demonstrierende in Sprechchören vor „Faschisten im Weißen Haus“. Eine Pappfigur, die Trumps Vizestabschef und rechter Hardliner Stephen Miller darstellen sollte, hing das Namensschild „Adolf“ für Adolf Hitler um. Nach Beobachtung einer dpa-Reporterin gingen in Washington Samstagfrüh geschätzte Zehntausende Demonstrierende, darunter auch zahlreiche ältere Menschen, über die Memorial Bridge in Richtung Innenstadt.
Dritter landesweiter Aktionstag
Die Organisatoren der Proteste, ein Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen, hatten Medienberichten zufolge landesweit etwa 3.000 Kundgebungen mit insgesamt rund neun Millionen Teilnehmern und Teilnehmerinnen erwartet. Sie sprachen von einer der größten Protestmobilisierungen in der Geschichte des Landes.
Es handelt sich um den mittlerweile dritten landesweiten „No Kings“-Aktionstag. Die Bewegung war im vergangenen Jahr an Trumps Geburtstag am 14. Juni ins Leben gerufen worden und zog damals landesweit schätzungsweise vier bis sechs Millionen Menschen an. Der zweite Aktionstag fand im Oktober statt. Nach Schätzungen von Datenanalysten beteiligten sich daran sieben Millionen Menschen.
Kritik vom Weißen Haus
Das Weiße Haus kritisierte die Proteste. Eine Sprecherin bezeichnete die Veranstaltungen laut Medienberichten vorab als Treffen einer kleinen, von linken Netzwerken unterstützten Gruppe ohne breite Unterstützung in der Bevölkerung.
Trump sah sich zuletzt mit niedrigen Umfragewerten konfrontiert. Die Zustimmung sank zuletzt einer Reuters/Ipsos-Umfrage auf 36 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus. Im November stehen Zwischenwahlen an. Trump selbst steht dabei nicht zur Wahl. Aber die Republikaner müssen ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat verteidigen, damit Trump nicht gegen den Kongress regieren muss.

