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Thursday, May 21, 2026

USA – Iran: Schlechtes Vorzeichen für neue Verhandlungen

Zur Begründung hieß es, übertriebene Forderungen der USA, deren ständiger Kurswechsel und die anhaltende Seeblockade iranischer Häfen „keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen“ hätten. Außerdem waren die Berichte über eine zweite Verhandlungsrunde in Pakistan kommende Woche Teil einer amerikanischen Medienkampagne, um mit Schuldzuweisungen noch mehr Druck auf Teheran auszuüben.

Präsident Massud Peseschkian warf den USA Vertragsbruch vor. „Die anhaltenden provokanten und illegalen Handlungen der USA“ im Rahmen der Seeblockade gegen den Iran stellt einen klaren Verstoß gegen die Waffenruhe dar, sagte Peseschkian laut seiner Homepage in einem Telefonat mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Scharif.

In Berichten der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim wurden nicht näher bezeichnete Quellen mit der Einschätzung zitiert, dass die Atmosphäre insgesamt „nicht als sehr positiv eingeschätzt“ werden könne. Fars zitierte eine Quelle, wonach die Aufhebung der US-Blockade gegen iranische Häfen Voraussetzung für weitere Gespräche sei. Trump lehnte das am Sonntag erneut ab. Außerdem schrieb er am Abend auf seiner Plattform Truth Social, dass die US-Marine ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff betreten habe.

Trump droht mit Zerstörung von Brücken

Trump hatte zuvor angekündigt, dass eine Delegation für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reist. Sein Vertreter würde dort am Montagabend sein, schrieb Trump auf Truth Social – ohne Angaben zur Zeitzone und nähere Angaben zum Verhandlungsteam zu machen. US-Medienberichte sollen so sein, wie beim ersten Anlauf erneut Vizepräsident JD Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner nach Islamabad reisen.

Trump schrieb, die USA böten dem Iran einen „sehr fairen und vernünftigen Deal“ an. Er hoffe, dass der Iran diese annehme. „Wenn sie es nicht tun, werden die Vereinigten Staaten jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran ausschalten“, fügte Trump hinzu und wiederholte damit eine bereits früher ausgesprochene Drohung. Es wäre ihm dann eine Ehre, das zu tun, was zu tun sei und was schon andere Präsidenten in den letzten 47 Jahren hätten tun sollen. Es sei an der Zeit, „der iranischen Tötungsmaschine“ ein Ende zu setzen.

Laufende Vorbereitungen in Islamabad

Von pakistanischer Seite zeigte sich, dass man sich für neue Verhandlungen gerüstet hat: Seit Tagen laufen in Islamabad entsprechende Vorbereitungen. So wurde die Rote Zone mit Botschaften und Regierungsgebäuden, in der bereits die erste Gesprächsrunde stattfand, wieder abgesperrt. Erste Verhandlungen waren eine Woche zuvor ohne konkrete Ergebnisse beendet worden.

Dennoch wurde seitens der pakistanischen Regierung bisher noch kein offizielles zu neuen Verhandlungen mitgeteilt. Kurz nach Trumps Ankündigung teilte das Außenministerium lediglich mit, Ressortchef Mohammad Ishaq Dar habe in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araktschi betont, ein kontinuierlicher Dialog sei entscheidend, um die aktuellen Spannungen rasch zu schärfen und Frieden Stabilität sowie in der Region zu fördern.

Auch bei dem rund 45 Minuten dauernden Gespräch zwischen dem Scharif mit dem Peseschkian waren am Sonntagabend etwaige neue direkte Verhandlungen mit den USA kein Thema gewesen. Peseschkian unterstrich zuletzt mit neuen Äußerungen, nämlich die Differenzen mit den USA im Streit über das Atomprogramm der Islamischen Republik. Trump sage, der Iran dürfe seine „nuklearen Rechte“ nicht ausüben, nenne aber kein Verbrechen, das das begründe, zitierte die Nachrichtenagentur ISNA Peseschkian. „Wer ist er, dass er einer Nation ihre Rechte abspricht?“, habe der Präsident gefragt.

Iran: Krieg „auf Schlachtfeld“ gewonnen

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf sprach am Wochenende dennoch von Fortschritten bei der Suche nach einer Friedenslösung. Von einer Einigung seien beide Seiten aber noch weit entfernt. „Einige grundlegende Punkte“ seien nach wie vor offen, so Ghalibaf am Samstagabend im iranischen Fernsehen.

Ghalibaf sagte weiter, der Iran habe den Krieg „auf dem Schlachtfeld“ gewonnen. Die USA hatten ihre Kriegsziele nicht erreicht, und der Iran kontrolliert die strategisch wichtige Straße von Hormus. Der Iran habe auch der Waffenruhe mit den USA nur zugestimmt, „weil sie unseren Forderungen zugestimmt haben“.

Türkei: Waffenruhe verlängern

Am Mittwoch läuft planmäßig eine Feuerpause aus, auf die sich die USA und der Iran verständigt hatten. Die Türkei fordert eine Verlängerung. Beide Seiten hätten den Willen, die Gespräche zur Beendigung des Krieges fortzusetzen, sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan. Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran sind zwar weitgehend abgeschlossen, es kann jedoch noch einige Meinungsverschiedenheiten geben. Deshalb muss die Waffenruhe verlängert werden.

Europäer fürchten oberflächlichen Deal

Die Europäischen Staaten befürchten Insidern zufolge, dass ein unerfahrenes US-Verhandlungsteam auf ein schnelles, öffentlichkeitswirksames Rahmenabkommen mit dem Iran drängt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Ein solches Abkommen könnte tiefer liegende Probleme eher zementieren als lösen, verlautete aus Kreisen von Diplomaten, die in Verhandlungen mit Teheran Erfahrung haben.

„Die Sorge ist nicht, dass es kein Abkommen geben wird“, sagte ein hochrangiger europäischer Diplomat laut diesen Angaben. „Die Sorge ist, dass es ein schlechtes erstes Abkommen geben wird, das endlose Folgeprobleme schafft.“

Weißes Haus weist Kritik zurück

Das Weiße Haus wies die Kritik an Verhandlungsstil, Team, Ziele und den potenziellen Gefahren eines schnellen Deals zurück. Präsident Trump habe gezeigt, dass er im Namen der USA gute Vereinbarungen erzielen könne, und werde nur eine akzeptieren, die Amerika an die erste Stelle setze, teilte Sprecherin Anna Kelly mit.

Im Mittelpunkt der Gespräche steht der iranische Bestand von rund 440 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertem Uran. Dieses Material könnte zur weiteren Anreicherung für mehrere Atomwaffen verwendet werden. Die bevorzugte Option ist die Kräutermischung im Iran unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Ein weiterer Ansatz sieht vor, einen Teil des Materials ins Ausland zu bringen. Als mögliche Ziele wurden die Türkei und Frankreich genannt. Ein Transport in den USA wäre für den Iran politisch schwierig, während Russland für Washington unattraktiv sei, sagten zwei der Diplomaten.

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