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Friday, April 17, 2026

US-Ultimatum: Zeit für Deal mit Iran neigt sich dem Ende zu

„Am Dienstag ist im Iran gleichzeitig Tag des Kraftwerks und Tag der Brücke. Das wird unvergleichbar!!!“, schrieb Trump am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social. „Öffnet die Scheißstraße, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle landen.“

Bereits am Samstag hatte er einen ähnlichen, aber bei Weitem nicht so beleidigend formulierten Beitrag abgesetzt, um mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken zu drohen.

Trump versicherte außerdem am Sonntag der iranischen Bevölkerung, sich nicht vorschnell aus dem Kriegsgeschehen zurückzuziehen. Die Iranerinnen und Iraner hätten Angst, dass sich die USA mitten im Krieg zurückzögen, aber das werde nicht passieren, zitierte das Portal Axios aus einem Telefoninterview mit Trump. „Es gebe eine große Chance, ein Abkommen zu erreichen“, sagte Trump. „Aber wenn sie keinem Deal zustimmen, jage ich dort drüben alles in die Luft.“

Iran: „Einem Präsidenten unwürdig“

Die iranische UNO-Vertretung in Genf erklärte als Reaktion auf der Plattform X, die Androhung der vorsätzlichen zivilen Infrastruktur – Kraftwerke und Brücken – stelle einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar. „Diese Rhetorik ist nicht nur eines Präsidenten unwürdig, sondern zeugt auch von einer gefährlichen Missachtung der Genfer Konventionen und des Schutzes von Nichtkombattanten.“ Diplomatie erfordere ein Mindestmaß an Rechtmäßigkeit und keine Drohungen mit der „Hölle“.

Der einflussreiche iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf antwortete auf den jüngsten Drohungen Trumps seinerseits mit einer Warnung. Die „rücksichtslosen Schritte“ Trumps „stürzen die USA in eine Hölle für jede einzelne Familie, und unsere gesamte Region wird brennen“, erklärte Ghalibaf am Sonntag auf

Der Iran kündigte auch Gegenschläge an, sollte die USA iranische Infrastruktur angreifen. „In dem Fall werde der Iran ähnliche Infrastruktur angreifen, die den USA gehören oder mit den USA in Verbindung stehen“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

US-Soldat aus Iran gerettet

Die USA haben nach eigenen Angaben einen vermissten Soldaten aus dem Iran geborgen. Der Soldat ist schwer verletzt, befindet sich aber in Sicherheit. Bei der riskanten Mission wurden zwei Flugzeuge beschädigt und anschließend gesprengt, um sie nicht in iranische Hände fallen zu lassen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte derweil in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araktschi, Washington solle „die Sprache der Ultimaten“ aufgeben und an den Verhandlungstisch zurückgeben. Wie Lawrows Büro am Sonntag mitteilte, hoffe Moskau darauf, „dass die Bemühungen einer Reihe von Staaten zur Deeskalation der Spannungen rund um den Iran erfolgreich sein werden“.

Verwirrung über Angaben Trumps

Trump hatte dem Iran schon einmal ein Ultimatum für die Öffnung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus gesetzt, diese vergangene Woche aber noch einmal verlängert. Bis zum 6. April um 20.00 Uhr (US-Ostküstenzeit, 2.00 Uhr MESZ, 7. April) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, sagte er seiner Zeit unter Verweis auf „sehr gute“ Gespräche.

Am Sonntag stellte er noch einmal per Posting klar, dass die Frist steht: „Dienstag, 20.00 Uhr“, schrieb er, nachdem es Verwirrung über das tatsächliche Fristende gab. Zuvor hatte Trump Teheran nämlich erneut Montag genannt, bis zu dem eine Einigung erzielt werden müsse. Auf den Montag fiel das ursprüngliche Fristende, das nun offenbar wortlos ausgedehnt wurde.

Amnestie für Unterhändler

Laut den US-Präsidenten rechnen die USA bis Montag mit einem Abkommen mit dem Iran. Die Regierung in Teheran verhandle derzeit, sagte er in einem Interview des Senders Fox News. Den aktuellen Unterhändlern auf iranischer Seite sei eine eingeschränkte Amnestie gewährt worden. Sollte der Iran nicht zu einer Einigung bereit sein, wolle er sich das iranische Öl aneignen, fügte Trump hinzu.

In den vergangenen Tagen gab es weiterhin heftige Angriffe beider Seiten. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus liegt weiterhin weitgehend still. Viele Reeder nehmen mittlerweile auch Umwege über den halben Globus in Kauf.

Kopilot gerettet

Trump kündigte für Montag außerdem eine Pressekonferenz mit Vertretern der US-Armee im Oval Office in Washington an. Dabei dürfte es um die Rettung eines vermissten Kopiloten einer im Iran abgeschossenen F-15E gehen. Das US-Militär hatte den Mann in einer dramatischen Rettungsaktion geborgen. „Wir haben ihn“, teilte Trump in Großbuchstaben am Sonntag in einem Posting mit. Der Offizier sei schwer verletzt, aber „wohlauf“. Bei der Aktion wurden keine US-Soldaten getötet oder verletzt.

Reuters/Irib

Iranische Staatsmedien zeigen angebliche Bilder des abgeschossenen US-Jets

Hunderte US-Spezialeinsatzkräfte waren laut „New York Times“ („NYT“) am Einsatz beteiligt, dazu „Dutzende Flugzeuge“, wie Trump schrieb. Die US-Spezialkräfte nutzen Medienberichte, um eine provisorisch eingerichtete Landeszone tief in iranischem Gebiet zu erreichen, um in die Nähe des Vermissten zu kommen.

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA soll den Kopiloten aufgespürt haben. Zudem habe er eine „Desinformationskampagne“ im Iran gestartet und noch vor dem US-Einsatz verbreitet, der Offizier sei bereits vom US-Militär geborgen worden. Staatliche iranische Sender hatten die Bevölkerung dazu aufgerufen, den Vermissten „lebendig zu fassen“ und Belohnungen ausgesetzt.

US-Flugzeuge gesprengt

Bei dem Einsatz zerstörten US-Truppen laut US-Medien zwei ihrer Flugzeuge, die auf der improvisierten Landebahn hängen blieben. Zur Bergung der US-Soldaten wurden dann drei Ersatzflugzeuge eingesetzt. Die beiden zurückgelassenen Transportflugzeuge seien gesprengt worden, um zu verhindern, dass sie in iranischen Händen fielen, so die „New York Times“.

Der katarische TV-Sender al-Jazeera und die BBC meldeten, dass der Offizier nach einem „heftigen Feuergefecht“ gerettet worden sei. Rettungsflugzeuge flogen den Mann nach Angaben der Zeitung zur medizinischen Behandlung nach Kuwait.

Iran meldet Abschüsse

Iranische Staatsmedien schrieben ihrerseits von einem „völligen Fehlschlag“ der US-Operation und meldeten den Abschuss einer US-Transportmaschine und von zwei Black-Hawk-Hubschraubern. Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf veröffentlichte auf X ein Foto, das das Letzte einer US-Maschine zeigen soll. Die USA kommentierten die Berichte nicht.

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