In einer Erklärung kündigte die Revolutionsgarde an, die Infrastruktur der USA und deren Partner in der Region ins Visier zu nehmen. Die Öl- und Erdgasversorgung aus der Region könnte jahrelang unterbrochen werden, hieß es weiter. Man gebe die Zurückhaltung auf. Ein iranischer Insider forderte unterdessen einen sofortigen Stopp der Angriffe und Hormus-Gebühren.
Trump hat dem Iran eine Frist bis Mittwoch, 2.00 Uhr (MESZ), gesetzt, um die Straße von Hormus wieder freizugeben. Andere Fälle werden Brücken und Kraftwerke in der Islamischen Republik zerstören lassen. Kritikerinnen und Kritiker würden Trump Kriegsverbrechen begehen, wenn die USA zivile Kraftwerke angreifen. Trump sagte dazu, das mache ihm „keine Sorgen“. Kurz vor Ablauf der Frist legte Trump nach und drohte zudem mit der Auslöschung „einer gesamten Zivilisation“.
Vance: Gespräche laufen
US-Vizepräsident JD Vance sagte am Dienstag, es werde „zahlreiche Gespräche“ geben. Für den Fall, dass es keine Verhandlungslösung gebe, hätten die USA aber „Werkzeuge im Kasten“, für deren Einsatz sie sich bisher noch nicht entschieden hätten, fügte Vance hinzu. Er sei aber „zuversichtlich“, dass es dazu nicht kommen werde. Die militärischen Ziele hätten die USA „weitgehend erreicht“.
Die US-Regierung bestritt, dass Vance dem Iran mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht habe. Zugleich schloss das Weiße Haus einen Einsatz, aber auch nicht kategorisch aus.
Iran: Millionen Menschen bereit zum Kriegsdienst
Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf kündigte unterdessen am Dienstag an, dass sich rund 14,4 Millionen Iraner für einen freiwilligen Kriegsdienst registriert hätten. Ghalibaf veröffentlichte die Zahl auf der Plattform X. Die Aktion trägt den Namen „Leben opfern“. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Im Iran leben rund 90 Millionen Menschen.
Laut dem staatlichen Sender IRIB sollen die Freiwilligen im Konflikt mit den USA und Israel zusätzlich zur Revolutionsgarde und Armee eingesetzt werden. Zudem seien Menschenketten zum Schutz möglicher Angriffsziele geplant. Insbesondere nach dem Ultimatum von Trump sei die hohe Zahl der Freiwilligen ein Zeichen nationaler Einheit und Verteidigungsbereitschaft, so der IRIB-Bericht.
UNO: Trumps Drohung gegen den Iran „widerlich“
Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, warnte nach den jüngsten US-Drohungen gegen den Iran vor schweren Völkerrechtsverletzungen. Er verurteile insbesondere Trumps Drohungen, eine ganze Zivilisation auszulöschen und zivile Infrastruktur anzugreifen, sagte der österreichische UNO-Diplomat in Genf: „Das ist breiter.“
Die Umsetzung solcher Drohungen komme schwersten Völkerrechtsverbrechen gleich, warnte Türk in seiner Stellungnahme, ohne das US-Staatsoberhaupt ausdrücklich zu nennen. Der Hochkommissar kritisierte jedoch nicht nur Trump. Er verurteilte „die Flut hetzerischer Rhetorik“ von allen Kriegsparteien, die in den letzten Wochen in dem Konflikt zu hören gewesen sei.
Die Türk verlangte einen sofortigen Stopp von Drohungen gegen Zivilisten und Zivilistinnen. Er fordert internationale Versuche, die Lage im Nahen Osten zu deeskalieren.
Angriffe auf Infrastruktur
Unterdessen meldete Teheran bereits vor Ablauf des Ultimatums Angriffe der USA und Israels auf seine Infrastruktur. Nahe der Provinzhauptstadt Ghom südlich von Teheran wurde nach Behördenangaben eine Brücke bei einem Angriff zerstört. Bei einem Angriff auf eine Eisenbahnbrücke im zentraliranischen Kaschan wurden nach Angaben eines Behördenvertreters zwei Menschen getötet.
Im Norden des Iran wurde den Behörden eine wichtige Autobahn zwischen der Großstadt Täbris und der Hauptstadt Teheran beschossen. Die Nachrichtenagentur Misan berichtete von einem Angriff auf Eisenbahnschienen in Karadsch außerhalb von Teheran.
Israel: Regime „mit noch größerer Gewalt“ zerschlagen
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte Angriffe auf Bahnstrecken und Brücken im Iran. „Wir zerschlagen das Terrorregime in Teheran mit noch größerer Gewalt“, sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Die israelische Armee erklärte auf der Plattform X, „acht Brückensegmente“ seien aus der Luft angegriffen worden.
Die iranische Revolutionsgarde würde die Infrastruktur für den Transport von Waffen und anderer militärischer Ausrüstung nutzen, die dazu diene, „Terroranschläge gegen den Staat Israel und andere Länder im Nahen Osten“ planen. Aus Israel wurden dabei erneut iranische Angriffe gemeldet. Die Luftabwehr fing nach Armeeangaben Raketenangriffe aus dem Iran ab.

