Wenn Umberto Bossi auf der „heiligen Wiese“ von Pontida seine ewige Toscani-Zigarre aus dem Mund nahm und seinen kehligen Bass ertönte, herrscht unter seinen Anhängern Volksfeststimmung. In dem kleinen norditalienischen Städtchen zwischen Lecco und Bergamo hatte sich im Jahr 1167 die Legende nach den lombardischen Städten gegen das Heilige Römische Reich von Kaiser Barbarossa in Rom verbündet. Und an dieser geschichtsträchtigen Stätte wetterte Bossi bei den späteren Zusammenkünften der von ihm in den 1980er Jahren gegründeten Lega Lombarda, und später der Lega Nord, so wie seine lombardischen Vorfahren regelmäßig und wortgewaltig gegen „Roma ladrona“, das räuberische Rom. Dabei schmetterte er immer wieder seinen Kampfruf „Padania libera!“ in die begeisterte Menge.

