Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat sich erstmals für ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige ausgesprochen. „Ich bin dafür“, sagte der Milliardär in einem Video bei Facebook. Experten hatten ihm gesagt, dass soziale Netzwerke für Kinder „schrecklich schädlich“ seien. „Wir müssen unsere Kinder schützen“, so der 71-Jährige.
Nach Angaben von Industrie- und Handelsminister Karel Havlicek strebt das Kabinett eine Entscheidung bis zum spätesten Jahresende an. Sportminister Boris Stastny schrieb auf X: „Kinder sollten lieber Sport treiben und auf den Spielplatz gehen.“
Seit Dezember regiert in Tschechien eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO von Babis und zwei Parteien am rechten Rand. Kritiker und Kritikerinnen warnen vor Einschränkungen der Grundrechte und einer Gefährdung der Privatsphäre.
Vorreiter Australien
Seit dem Vorstoß Australiens werden Altergrenzen für soziale Netzwerke in vielen Ländern intensiv diskutiert. In Australien dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit 2025 keine eigenen Social-Media-Accounts mehr haben. Ziel ist es, junge Menschen vor Risiken wie Cybermobbing, problematischem Konsum und belastenden Inhalten zu schützen.
Die französische Nationalversammlung hat jüngst für ein Nutzungsverbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gestimmt. Auch in Österreich plant die Regierung seit kurzem ein solches Verbot.

