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Monday, April 20, 2026

„Thema“-Sendung über Natascha Kampusch aus Programm genommen

Der ORF nimmt vorerst eine für Montagabend geplante Sendung über Natascha Kampusch aus dem Programm. Maßgeblich dafür waren „unterschiedliche Auffassungen betreffend die Persönlichkeitsrechte von Natascha Kampusch“, teilte die ORF-Pressestelle heute mit. Man wolle sich „Zeit für eine entsprechende abschließende Aufklärung geben“, hieß es in einer Pressemitteilung. Stattdessen wird die „Millionenshow“ ausgestrahlt und ein verlängerter „Kulturmontag“ vorgezogen.

Die Verbrechensopferhilfe Weißer Ring begrüßte diese Entscheidung. Als Opferhilfeeinrichtung habe man im Vorfeld des ORF seine Bedenken hinsichtlich der Ausstrahlung deutlich gemacht und rechtliche Schritte zur Prüfung eingeleitet, gab der Weiße Ring in einer Aussendung bekannt.

„Höchstpersönlicher Lebensbereich“

Mediale Aufmerksamkeit könnte für Betroffene sehr belastend sein und unabsehbare Konsequenzen mit sich ziehen. „Zentral ist, dass identifizierbare Betroffene von schweren Straftaten immer eine selbstständige und absolut informierte Entscheidung treffen können, ob und wie medial über sie berichtet wird“, betonen Caroline Kerschbaumer und Claudia Mikosz, die Geschäftsführerinnen des Weißen Rings.

Gleichzeitig wies der Weiße Ring darauf hin, dass bereits durch die Vorberichterstattung ein erheblicher Schaden entstanden sei. Zahlreiche Medien hatten im Zusammenhang mit der angekündigten Sendung über höchstpersönliche Details zum Gesundheitszustand von Natascha Kampusch berichtet.

Die Entscheidung des ORF, die Ausstrahlung derzeit nicht getroffen, sei insofern „als wichtiges Signal für einen verantwortungsvollen Umgang mit Betroffenen von Straftaten“ zu werten: „Opferschutz und die Wahrung höchstpersönlicher Lebensbereiche müssten auch im medialen Kontext oberste Priorität haben.“

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