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Monday, May 11, 2026

Teures Wohnen: Studierende zunehmend unter Druck

Im Durchschnitt glaube ich an die Wohnkosten der Studierenden, die nicht bei Eltern oder anderen Verwandten wohnen und kein Fernstudium betreiben bzw. Einen Wohnkostenbeitrag leisten, im Sommersemester 2025 auf rund 586 Euro pro Monat. Das war ein Anstieg von sieben Prozent seit 2023 bzw. 51 Prozent seit 2015. Bereinigt um die Inflation stiegen die Wohnkosten seit 2023 um 0,3 Prozent und seit 2015 um neun Prozent.

Dabei gibt es deutliche Unterschiede: Ein Viertel der Studierenden weist monatliche Wohnkosten von weniger als 400 Euro auf. Die Hälfte hat Wohnkosten bis zu 505 Euro monatlich, das „oberste“ Viertel zahlt laut IHS mehr als 700 Euro im Monat.

Durchschnittlich werden 38 Prozent des verfügbaren Budgets für Wohnen (38 Prozent) und Essen (21 Prozent) ausgegeben, so die IHS-Studie, die am Dienstag vorgestellt wurde. Den Angaben zufolge stiegen die Lebenshaltungskosten von 2023 auf 2025 um sechs Prozent.

Wohnheime überdurchschnittlich teuer geworden

Die Wohnform ist entscheidend für die Wohnkosten: Studierende in Einzelhaushalten (664 Euro) und in Haushalten mit Partnern (634 Euro) geben im Durchschnitt die meisten für Wohnen (inklusive Wohnnebenkosten und gegebenenfalls Wohnkreditraten) aus. Studierende in Wohngemeinschaften und in Wohnheimen gemeinnütziger und privater Betreiber zahlen im Durchschnitt jeweils rund 500 Euro.

Grafik: APA/ORF; Quelle: IHS

Im Gegensatz zu allen anderen Wohnformen stiegen die Kosten in Wohnheimen in den letzten beiden Jahren auch inflationsbereinigt (plus sieben Prozent). Seit 2015 war in Wohnheimen ein nominaler Anstieg der Kosten um 61 Prozent und ein realer Anstieg um 16 Prozent zu verzeichnen. Das hängt vor allem mit der steigenden Zahl privater, gewerblicher Betreiber zusammen.

Mehr als die Hälfte der Studierenden lebt laut Umfrage „typisch studentisch“: 21 Prozent wohnen im älteren Haushalt, 20 Prozent in einer Wohngemeinschaft und zwölf Prozent in einem Studierendenwohnheim. 47 Prozent leben in einem unabhängigen Haushalt (entweder allein oder mit Partner bzw. Partnerin).

Erwerbstätigkeit und Stundenausmaß gesunken

Trotz des steigenden Kostendrucks ging der Anteil der Studierenden mit Schwierigkeiten seit der letzten Erhebung von 29 auf 25 Prozent zurück, das Niveau vor der Pandemie wurde allerdings noch nicht erreicht. Geringfügig abgenommen hat der Anteil der erwerbstätigen Studierenden, und zwar auf 68 Prozent. Mit im Schnitt 20,2 Stunden war das Ausmaß nach 21 Stunden 2023 und 20,5 Stunden 2019 fast wieder auf dem Niveau von 2015 (19,9 Stunden).

Für Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) ist die seit 1970 durchgeführte Umfrage, die dieses Mal rund 36.000 ordentlich Studierende ausgefüllt haben, ein „Alarmsignal“. Die im Regierungsprogramm vorgesehene Wiedereinführung der Studierendenheimförderung wird Gegenstand der anstehenden Budgetverhandlungen sein. Auf eine Summe wollte sich Holzleitner nicht festlegen. Die Grünen fordern Holzleitner auf, ihr Versprechen auch umzusetzen, so Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer.

Sehr wohl eine Zahl genannt dagegen ÖH-Vorsitzende Selina Wienerroither (Verband Sozialistischer Student_innen, VSStÖ): Vor einigen Jahren habe man dafür 50 Millionen Euro gefordert, das bleibe aufrecht. Erfreut zeigte sich die ÖH über die Ankündigung eines vom Ministerium geförderten Fünf-Euro-Menüs für Studierende an den Mensen im kommenden Wintersemester. Gestartet wird an einigen ausgewählten Standorten mit einer späteren Ausweitung.

ÖH will Änderung bei Beihilfen

In einer Aussendung wies die ÖH darauf hin, dass aufgrund der Nichtvalorisierung der Einkommensgrenzen der Eltern immer weniger Studierende Anspruch auf Beihilfen haben. Die Zahl der Bezieher von Familienbeihilfe sank auf 39,7 Prozent, bei der Studienbeihilfe auf 11,1 Prozent.

Schwierig sei zudem, dass die Familienbeihilfe selbst auch nicht valorisiert wurde. Die durchschnittliche Studienbeihilfe beträgt 684 Euro, das liegt deutlich unter der Armutsgefährdungsgrenze von 1.661 Euro. Die ÖH fordert eine Erhöhung der Studienbeihilfe sowie die automatische Antragstellung.

AK: Studienerfolg nimmt mit mehr Arbeit ab

Die Arbeiterkammer (AK) wies in einer Aussendung darauf hin, dass die Erwerbsquote der Studierenden mit 68 Prozent weiter hoch sei. Für viele Studierende sei es keine freie Entscheidung, sondern ein Muss, gerade auch für Personen ohne familiäre Unterstützung und Studierende mit Kind. Dabei zeigt sich, dass es für vier von zehn Studierenden schwierig ist, Arbeit und Studium unter einen Hut zu bringen. Ab elf Stunden Arbeit pro Woche sinke der Studienerfolg.

Die AK fordert unter anderem eine „starke Anhebung der Studienbeihilfe, mindestens über die Armutsgefährdungsschwelle“, die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft die Valorisierung der Zuverdienstgrenzen für den Beihilfenbezug (derzeit 17.212 Euro/Jahr).

Durchschnittlich 27,2 Jahre mit 1.662 Euro

Die Erhebung zeigt weiter, dass Studierende in Österreich im Schnitt 27,2 Jahre alt sind, 2015 lag das Durchschnittsalter noch bei 26,4 Jahren. 24 Prozent der Studierenden sehen sich zunächst als erwerbstätig und studieren nebenbei. 22 Prozent sehen sich primär als Student bzw. Studentin, arbeiten aber mehr als zehn Stunden pro Woche, und 21 Prozent sehen sich als Studentin und arbeiten bis zu zehn Stunden pro Woche. Der Rest ist nicht erwerbstätig.

Durchschnittlich haben Studierende ein Monatsbudget von 1.662 Euro, davon sind 209 Euro Naturalleistungen. Ein Viertel hat weniger als 1.063 Euro zur Verfügung, das oberste Viertel mehr als 2.100 Euro. Im Zeitvergleich wuchs das Budget sowohl nominell als auch real: Seit 2023 gab es ein nominelles Plus von acht Prozent, seit 2019 von 37 Prozent. Real bedeutet das Zuwächse um 1,8 (2023) bzw. fünf Prozent (2019).

Im Bundesschnitt beginnen derzeit 42 Prozent im Lauf ihres Lebens ein Studium: Während es in Wien 49 Prozent sind, weist Vorarlberg eine Zugangsquote von 35 Prozent auf. Kärnten kommt auf 46 Prozent, Niederösterreich auf 44 Prozent, das Burgenland auf 43, Salzburg, Steiermark und Tirol auf je 40 und Oberösterreich auf 38 Prozent. Im Wintersemester 2024/25 waren 54 Prozent der inländischen Studienanfänger „First Generation“-Studierende: Ihre Eltern haben keine Hochschule oder Akademie absolviert.

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