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Sunday, April 12, 2026

Teheran widerspricht Trump: Iran will nicht mit USA reden

„Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den Amerikanern reden sollten“, sagte der iranische Außenminister Abbas Araktschi am Sonntag dem US-Fernsehsender CBS. „Wir waren ja schon mit ihnen im Gespräch, als sie beschlossen, uns anzugreifen.“

„Es gibt keine guten Erfahrungen mit Gesprächen mit Amerikanern“, fügte Araktschi hinzu. „Wir haben nie nach einem Waffenstillstand gefragt und wir haben auch nie um Verhandlungen gebeten.“

Trump sagte, der Iran wolle ein Abkommen

US-Präsident Trump hatte am Freitag erklärt, dass der Iran „vollständig besiegt ist und ein Abkommen wünscht“. Er fügte hinzu, die angeblich von Teheran gewünschte Vereinbarung sei aber „kein Abkommen, das ich akzeptieren würde“.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar Luftangriffe gegen den Iran begonnen. Der Iran greift seitdem mit Raketen und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region an.

Bilaterales Vorgehen eher unwahrscheinlich

Die EU-Außenminister wollen unterdessen einem Bericht der „Financial Times“ über eine mögliche Ausweitung der Marinemission „Aspides“ auf die Straße von Hormus beraten. Die Mission ist bisher auf die Sicherung der Schifffahrt im Roten Meer konzentriert.

Eine gemeinsame Marinemission der EU und der Vereinten Nationen zur Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt der Straße von Hormus „scheint wahrscheinlicher“ als ein bilaterales Vorgehen der EU-Staaten gegenüber dem Iran, zitierte das Blatt einen Insider.

Mit seiner Forderung, andere Staaten sollten im Iran-Krieg die Schifffahrt durch die für die internationale Ölversorgung wichtige Straße von Hormus absichern, stieß Trump auf zurückhaltende Reaktionen.

Nachdem er zunächst angekündigt hatte, dass die US-Kriegsmarine in Kürze mit der Eskortierung von Tankern durch die Straße von Hormus beginnen würde, schwenkte er gestern um. Stattdessen drängte er andere Länder zur Entsendung von Kriegsschiffen, um die Schifffahrt durch die Meerenge abzusichern.

Trump wird viele Länder beteiligen

Trump schrieb, „viele Länder“ würden sich beteiligen, und nannte China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien. Deutschland hatte eine Beteiligung bereits am Freitag ausgeschlossen.

Wichtig sei nun, „den Konflikt zu deeskalieren“, sagte der britische Minister für Energiesicherheit, Ed Miliband, mit Blick auf Trumps Forderung. Ein japanischer Regierungsvertreter erklärte, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Entsendung japanischer Marineschiffe seien „extrem hoch“.

Auch aus dem südkoreanischen Präsidialamt kam eine ausweichende Reaktion: Seoul verfolge Trumps Äußerungen genau und werde „das Thema in einer engeren Abstimmung mit den Vereinigten Staaten gründlich betrachten“, hieß es.

„Schlagen vielleicht noch ein paarmal zu“

Trump drohte unterdessen mit weiteren Angriffen auf die für den Ölexport wichtige iranische Insel Charg. „Wir schlagen vielleicht noch ein paar Mal zu, einfach nur zum Spaß“, sagte Trump am Samstag (Ortszeit) dem Sender NBC News.

Diese Äußerungen gelten als deutliche Eskalation. Trump hatte zuvor erklärt, die USA würden nur militärische Ziele angreifen. Es wäre ein Rückschlag für diplomatische Bemühungen.

Die vom Iran begonnene Blockade der für die weltweite Energieversorgung wichtigen Straße von Hormus hat die größte Unterbrechung der Ölversorgung in der Geschichte ausgelöst und die Energiepreise in die Höhe getrieben. Durch die Meerenge zwischen dem Iran und Oman wird normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssiggases transportiert.

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