Das Sturmtief „Marta“ hat in Portugal ein erstes Todesopfer gefordert. Ein Mitglied des Rettungsdienstes ertrank laut Zivilschutz heute in einem Fluss im zentralen Bezirk Portalegre.
In Teilen Portugals und in Südspanien lösen die Behörden die zweithöchste Unwetterwarnstufe aus. Grund waren Starkregen, Orkanböen und hohe Wellen an den Küsten. „Marta“ war in der Früh auf Portugal getroffen und hatte sich anschließend auf Spanien ausgeweitet. Erst am Mittwoch und Donnerstag war die Region von Sturm „Leonardo“ heimgesucht worden.
In Portugal hatte es bereits vor einer Woche insgesamt 13 Tote durch eine ganze Reihe von Stürmen gegeben. In beiden Ländern wurde das Militär zur Unterstützung der zivilen Katastrophenschutzkräfte hinzugezogen sowie in einigen Gebieten die zweithöchste Warnstufe orange verhängt.
Viele Schäden
Die neuen heftigen Regenfälle dürften die Lage in beiden Ländern weiter verschärfen, wo ungewöhnlich wegen vieler Unwetter der vergangenen Wochen schon weite Landstriche unter Wasser stehen, Stauseen am Limit sind und Flüsse über die Ufer treten. Die Böden sind bereits gesättigt und können kein weiteres Wasser mehr aufnehmen. Die Schäden, auch in der Landwirtschaft, sind bereits extrem hoch.
In dem Gebirgsort Grazalema in Andalusien wurden Erschütterungen wie bei einem Erdbeben durch Wassermassen registriert, die im Untergrund aus höheren Lagen unter die Stadt flossen. Die gesamte Kleinstadt musste wegen Einsturzgefahr geräumt werden. In Medien war von einem seltenen Phänomen eines „Hidroseismo“ die Rede, was sich als Wasserbeben übersetzen ließe.
Meteorologen erklären die ungewöhnliche Serie an Winterstürmen in dieser sonst eher für Trockenheit bekannten Region mit einer seltenen Wetterlage über dem Atlantik. Ein Hochdruckgebiet über Grönland und Island habe sich weiter als sonst nach Süden ausgebreitet. Dadurch findet sich auch ein normalerweise bei den Azoren liegendes Hoch zur Zeit weiter südlich, wodurch Atlantiktiefs, die sonst eher Großbritannien und Deutschland träfen, nun weiter südlich durchzögen.

