Das Ausbaupotenzial für erneuerbare Energien ist in Österreich beachtlich, die tatsächliche Realisierbarkeit ist aber durch soziale, regulatorische, infrastrukturelle und ökologische Faktoren begrenzt. Das zeigt eine Studie unter der Leitung des Austrian Institute of Technology (AIT) im Auftrag des Klima- und Energiefonds, die heute vorgestellt wurde.
Der Spielraum ist vor allem bei Photovoltaik und Windkraft groß, aber auch hier übersteigt das technische Ausbaupotenzial die Realisierbarkeit deutlich. So liege das technisch verfügbare Potenzial bei Photovoltaik hierzulande bei etwa 1.190 Terawattstunden pro Jahr (TWh/a). Dem gegenüber steht allerdings ein realisierbares Potenzial zwischen rund 18 und 24 TWh/a für 2030 und 32 bis 51 TWh/a für 2040. Im Jahr 2024 lag die Photovoltaik bei 7,6 TWh/a.
„Der deutliche Abstand zwischen technisch möglicher und realistisch erschließbarer Energiemenge zeigt, dass die Photovoltaik bei Weitem nicht durch die verfügbare Fläche limitiert wird, sondern durch Rahmenbedingungen wie Akzeptanz, Wirtschaftlichkeit, kommunale Planung oder Netzkapazität“, schreiben die Autorinnen und Autoren.
Auch bei Windkraft viel Potenzial
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Windkraft: Hier liege das technische Potenzial, definiert durch geeignete Flächen, Windbedingungen und maximale Flächennutzung, bei rund 119 TWh/a. Das realisierbare Potenzial erreicht lediglich zwischen 14 und 21 TWh/a für 2030 und 21 bis 46 TWh/a für 2040. Der Status quo aus dem Jahr 2024 betrug 8,9 TWh/a.
Limitierend wirken somit auch hier nicht physikalische Faktoren, sondern Flächenwidmungen, Genehmigungsprozesse, Netzrestriktionen und gegebenenfalls fehlende Akzeptanz, geht aus der Studie hervor.
Das technische Potenzial der traditionell bereits gut ausgebauten Wasserkraft liegt bei rund 57 TWh/a. Tatsächlich realisierbar wären davon etwa 44 bis 47 TWh/a bis 2030 und gut 46 bis 52 TWh/a bis 2040. Im Jahr 2024 lag man bei 43,5 TWh/a.
Erneuerbare Nachfrage kann künftig gedeckt werden
Die kombinierten Potenziale von Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft liegen im Jahr 2040 bei rund 98 bis 149 TWh/a. Vergleicht man das realisierbare Potenzial mit der erwarteten Stromnachfrage, wird deutlich, „dass die nachgewiesenen Potenziale in einer mittleren bis ambitionierten Ausbauentwicklung bereits eine weitgehende Deckung der heimischen Stromnachfrage ermöglichen“.
Das gelte bereits für 2030, bestätigte sich für 2040 aber noch deutlicher. Vordergründig für das Gelingen der energetischen Transformation seien demnach, wie gut die identifizierten Potenziale in ein zunehmend erneuerbares Gesamtsystem integriert werden.

