12.1 C
New York
Monday, May 11, 2026

Streitpunkt Uran: Vance sieht Führung in Teheran am Zug

Nach der ergebnislosen ersten Runde direkter Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran seit Kriegsbeginn hat US-Vizepräsident JD Vance gestern dennoch von echten Fortschritten gesprochen. Er sieht jedoch den Iran am Zug, beim Thema Atomprogramm einzulenken. Medienberichten zufolge liegen die Behauptungen der beiden Seiten weit auseinander.

US-Präsident Donald Trump verschärfte derweil die Gangart gegen die Führung in Teheran und verwehrte Schiffen in der Straße von Hormus die Passage, sofern sie iranische Häfen als Ziel oder Startpunkt haben. Ob es zu einer weiteren Verhandlungsrunde kommt, ist offen. Unbestätigten Berichten zufolge steht ein zweites Treffen am Donnerstag im Raum.

Zwei Knackpunkte

Trotz bestehender Differenzen sei bei den Verhandlungen in Pakistan am Wochenende viel in die richtige Richtung gegangen, sagte Vance dem Sender Fox News. „Wir haben große Fortschritte gemacht.“ Jetzt sei allerdings Teheran am Zug, bei dem wichtigsten Punkt aus US-Sicht Zugeständnisse zu machen, dem Atomprogramm.

Den USA geht es laut Vance vor allem um zwei Dinge: das hochangereicherte Uran außer Landes zu schaffen und Teheran daran zu hindern, erneut Uran anzureichern. In diesen beiden Punkten seien die Iraner auf die USA zugegangen. „Aber sie haben sich nicht weit genug bewegt“, sagte Vance. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, ließ er auf Nachfrage offen.

Medienberichte fordern die USA vom Iran auf, 20 Jahre lang auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Das berichten das Nachrichtenportal Axios und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Quellen.

Peseschkian unterstellt US-Seite fehlenden Willen

Die USA und der Iran hatten am Wochenende in Islamabad direkte Gespräche unter Vermittlung Pakistans geführt, die ohne greifbares Ergebnis zum Ende gingen. Die iranische Seite hatte unter anderem von „überzogenen Forderungen“ der USA gesprochen.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian machte erneut die USA für das Scheitern der Friedensgespräche verantwortlich. Übertriebene Forderungen und der „mangelnde politische Wille hochrangiger US-Beamter“ hätten eine Einigung verhindert, sagte Peseschkian laut einem Bericht des staatlichen englischsprachigen Senders PressTV in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Guterres: Einigung nicht über Nacht möglich

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres mahnte indes zu einer Fortsetzung der Gespräche. Auch wenn es keine Einigung gegeben habe, so hätten die Gespräche selbst doch die „Ernsthaftigkeit des Engagements“ betont und stellt somit einen bedeutenden Schritt hin zu einem neuen Dialog dar, teilte der Sprecher des UNO-Chefs mit.

„Angesichts der tief verwurzelten Differenzen kann eine Einigung nicht über Nacht erzielt werden, und der Generalsekretär ruft dazu auf, die Gespräche fortzusetzen, um eine Einigung konstruktiv zu erreichen“, so der Sprecher.

Related Articles

Latest Articles