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Monday, May 11, 2026

Straße von Hormus: Trump will sich nicht „erpressen“ lassen

Seine Regierung nehme gegenüber Teheran eine „harte Haltung“ ein, sagte Trump am Samstag bei einer Veranstaltung im Weißen Haus. Teheran geht seit Jahren so vor – „damit können sie uns nicht erpressen“. Der Iran hatte zuvor seine Öffnung des Meeres nach nicht einmal 24 Stunden wieder rückgängig gemacht.

Die iranische Armeeführung begründete das laut Staatsmedien damit, dass die USA ihre Blockade iranischer Häfen fortsetzen. Die Straße von Hormus stehe nun erneut „unter strenger Führung und Kontrolle der Streitkräfte“, solange die USA nicht die freie Schifffahrt zum Iran ermöglichten, hieß es.

Revolutionsgarde droht

Die Revolutionsgarde drohte mit Angriffen auf alle Schiffe, welche die Straße von Hormus zu durchfahren versuchen. „Jeder Versuch, sich der Straße von Hormus zu nähern, wird als Kooperation mit dem Feind betrachtet werden“, warnte die Revolutionsgarde am Samstag in einer Erklärung auf ihrer Website „Sepah News“. Jedes Schiff, das auf die Meerenge zufahre, werde „ins Visier genommen“.

Iran-Konflikt spitzt sich weiter zu

Der Iran hat die Öffnung der Straße von Hormus wieder rückgängig gemacht und verweist auf die anhaltende Blockade durch die USA, die ihrerseits betonen, sich nicht erpressen zu lassen.

Die Revolutionsgarde warnte alle Schiffe „von jeglicher Art“ davor, ihre Ankerplätze im Persischen Golf und dem Golf von Oman nicht zu verlassen. Der oberste geistliche Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, erklärte in einer ihm zugeschriebenen schriftlichen Botschaft auf Telegram, die „tapfere iranische Marine“ sei bereit, ihren Feinden „neue Niederlagen“ zuzufügen.

Das US-Militär bereitete sich seinerseits einem Bericht des „Wall Street Journals“ darauf vor, in den kommenden Tagen Öltanker mit Verbindungen zum Iran zu betreten. Am Mittwoch endete die Feuerpause zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits.

Schüsse auf Handelsschiffe

Nach Angaben einer britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) beschossen iranische Kanonenboote einen indisch beflaggten Tanker. Nach Angaben eines Schiffverfolgungsdienstes TankerTrackers.com wurde außerdem ein Containerschiff in dem Gebiet von einem „unbekannten Projektil“ getroffen.

Das Außenministerium in Neu-Delhi bestellte daraufhin den iranischen Botschafter ein. Bei dem Treffen sei Indiens „tiefe Besorgnis über den Schießvorfall“ übermittelt worden, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums, das den iranischen Botschafter dazu aufrief, Teheran die Position Indiens zu übermitteln und Schiffen die Fahrt nach Indien durch die Straße von Hormus wieder zu erleichtern.

Kreuzfahrtschiffe passierten Straße von Hormus

Nach Angaben der Sicherheitsfirma Vanguard Tech bedrohte die Revolutionsgarde außerdem das ohne Passagiere fahrende TUI-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4“. Die Revolutionsgarde habe laut dem Kapitän erklärt: „Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schießen und euch zerstören.“ Nahe dem Schiff habe es einen Schlag gegeben, Schäden seien aber nicht gemeldet worden.

Manche Kreuzfahrtschiffe durchquerten indes erfolgreich die Straße von Hormus und sind auf dem Weg nach Europa. Darunter sind „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ von TUI Cruises und die „MSC Euribia“ der Schweizer Gesellschaft MSC. Die Schiffe seien am Samstag im Konvoi durch die Meerenge vor dem Iran gefahren, sagte ein MSC-Sprecher. Die TUI-Schiffe seien auf dem Weg Richtung Mittelmeer, teilte das Unternehmen in Hamburg mit.

Trump: „Gute Gespräche“

Offen ist, welchen Einfluss diese Entwicklung auf die angestrebten neuen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Lösung des Konflikts haben wird. Einen Termin für die Wiederaufnahme der am vergangenen Sonntag ergebnislos abgebrochenen Gespräche gibt es nicht. Nach unbestätigten US-Medienberichten könnten die Unterhändler am Montag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erneut zusammenkommen.

Trump betonte, dass beide Seiten weiterhin verhandelten. „Wir führen derzeit sehr gute Gespräche. Es läuft wirklich sehr gut“, sagte er. Bis zum Ende des Tages könnte es einige neue Erkenntnisse geben. Angesprochen darauf, dass der Iran weiterhin erhebliche Unterschiede in den Positionen sehe, sagten Trump-Reporter: „Nun, das könnte sein. Warten wir ab.“

Er glaube aber nicht, „dass es allzu viele wesentliche Unterschiede gibt“, sagte der US-Präsident. Einer der zentralen Punkte ist der Umgang mit dem hoch angereicherten Uran des Iran. Trump hat immer wieder angeblich neue Erfolge in Gesprächen in dem Konflikt beschworen.

Iran wird Maut für Durchfahrt erheben

Der Nationale Sicherheitsrat des Iran fordert laut staatlichen Medien Zahlungen für eine Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus. Die Kontrolle über die Meerenge schließt die Erstattung von Kosten für Sicherheit und Umweltschutz ein. Zudem hätten die USA nach den von Pakistan vermittelten Gesprächen neue Vorschläge vorgelegt, berichtet das Staatsfernsehen unter Berufung auf den Sicherheitsrat. Die Regierung in Teheran prüft diese derzeit, habe aber noch nicht darauf geantwortet.

Zugleich schlägt der Sicherheitsrat harte Töne an: Die iranische Verhandlungsdelegation werde „nicht den geringsten Kompromiss“ eingehen, zurückweichen oder Nachsicht zeigen. Vielmehr werde sie „mit all ihrer Kraft die Interessen der iranischen Nation verteidigen“.

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