Laut Trump ist Frankreich bereit, bei der Öffnung der Straße von Hormus zu helfen. Er habe am Sonntag mit seinem Amtskollegen Emmanuel Macron gesprochen. Dessen Reaktion stufte er als „nicht perfekt“ ein, sie sei aber eine Acht auf einer Skala von zehn. „Ich denke, er wird helfen“, sagte Trump über Macron. Ob Trumps Darstellung den Tatsachen entspricht, blieb zunächst offen.
Trump sagte weiter, er sei „nicht glücklich“ mit der ablehnenden Antwort des britischen Premierministers Keir Starmer gewesen. Er äußerte die Hoffnung, dass sich Großbritannien „vielleicht“ an dem Einsatz in der Straße von Hormus beteiligen werde. US-Außenminister Marco Rubio werde die Namen der Länder bekanntgeben, die bei dem Einsatz helfen wollten.
Trump fordert militärische Hilfe
US-Präsident Donald Trump fordert militärische Unterstützung in der Straße von Hormus. International stößt die Forderung auf Ablehnung – ob in Australien, Japan oder in der EU.
Deutschland nannte Trump nicht namentlich. Er sagte, unter den Kritikern seiner Vorschläge seien Staaten, die von den USA seit Jahrzehnten beschützt würden und in denen Zehntausende US-Soldaten stationiert seien. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz entgegnete: „Wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg, das haben wir vom ersten Tag an gesagt.“ Die NATO sei „ein Verteidigungsbündnis und kein Interventionsbündnis, deshalb ist die NATO hier nicht gefragt“, so Merz.
Kallas: „Das ist nicht unser Krieg“
Auch die EU als solche wird sich zunächst nicht an einem möglichen Militäreinsatz in der Straße von Hormus beteiligen. „Niemand wird sich aktiv in diesen Krieg hineinziehen lassen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Abend nach Beratungen des Außenministers der Mitgliedstaaten in Brüssel. „Das ist nicht unser Krieg.“
Kallas hob die wirtschaftliche Bedeutung der Meerenge für die Wirtschaft Asiens und Afrikas hervor. Insbesondere die Blockade von Düngemitteln könnte schlimme Konsequenzen haben, warnte sie. „Wenn wir jetzt in diesem Jahr keinen Dünger haben, werden wir nächstes Jahr einen Hungersnot haben“, sagte Kallas.
Als eine mögliche Option dafür galt eine Ausweitung der EU-Operation „Aspides“. Dieser Krieg wurde 2024 für den Schutz der Handelsschifffahrt durch das Rote Meer und den Golf von Aden gestartet. Kallas sagte nun, es gebe keine Bereitschaft unter den Mitgliedsstaaten, das Mandat für den Einsatz auf der Straße von Hormus auszuweiten.
„Das wird keine NATO-Mission sein“
Trump hatte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der „Financial Times“ Unterstützung durch Verbündete in der Straße von Hormus eingefordert. Bleibe sie aus, wäre das nach Angaben des Präsidenten „sehr schlecht für die Zukunft der NATO“. Die US-Regierung habe die Ukraine in ihrem Krieg gegen Russland unterstützt, so Trump. Erwarte daher Hilfe von den europäischen Verbündeten.
Ein NATO-Sprecher reagierte zurückhaltend auf die Forderungen Trumps nach einem Bündniseinsatz. Alliierte hatten bereits zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Mittelmeer ergriffen. Es sei bekannt, dass einzelne Alliierte außerdem mit den USA und anderen darüber sprächen, was sie darüber hinaus tun könnten.
Als sehr unwahrscheinlich gilt ein NATO-Einsatz vor der Küste des Iran vor allem deshalb, weil die Straße von Hormus nicht zum Bündnisgebiet zählt und sich die USA deshalb nicht auf die Beistandspflicht nach Artikel 5 berufen können. Ein Einsatz dort wäre daher eine „Out of Area“-Operation, der alle Alliierten zustimmen müssten.
Zwei indische Gastanker passierten Meerenge
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggasstransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Am Montag gewährte der Iran aber zwei unter indischer Flagge fahrenden Flüssiggastankern die sichere Fahrt durch die Meere.
Ein in der Region entsandtes Schiff der Marine beobachte vor der Küste Omans die Situation weiterer Handelsschiffe, die Indien als Ziel hätten. Der indische Außenminister Subramanyam Jaishankar führte die sichere Durchfahrt der Tanker auf diplomatischem Weg zurück.

Trump: Wissen nicht, ob Modschtaba Chamenei noch lebt
Außerdem sagte Trump am Montag im Weißen Haus, es sei unklar, ob das geistliche Oberhaupt des Iran, Modschtaba Chamenei, noch am Leben ist. Einige Leute sagten, Chamenei sei tot, andere sagten, er sei schwer verletzt. Trump fügte hinzu, man wisse nicht, dass sie gegenwärtig für den Iran spreche. „Wir kennen ihren Führer nicht.“ Er denke aber, dass Teheran ein Abkommen zur Beendigung des Krieges anstrebe. An den Einsatz von Nuklearwaffen durch Israel glaube er nicht.
Trump erklärte weiter, dass der Militäreinsatz der USA gegen den Iran in den vergangenen Tagen „mit voller Kraft“ fortgesetzt wurde. Die USA hätten seit Kriegsbeginn mehr als 7.000 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen, so Trump. Der Krieg geht nun in die dritte Woche.
Israel plant wochenlangen Krieg
Israel stellte sich unterdessen auf eine Fortsetzung des Krieges gegen den Iran für mindestens drei weitere Wochen ein. Das teilte Militärsprecher Nadav Schoschani am Montag mit. Ziel sei es, die Fähigkeiten des Iran zur Bedrohung Israels massiv zu schwächen. Dabei konzentrierte man sich auf die Infrastruktur für ballistische Raketen, Atomanlagen und den Sicherheitsapparat.
„Wir wollen sicherstellen, dass dieses Regime so schwach wie möglich ist und dass wir alle seine Fähigkeiten, alle Teile und alle Flügel seines Sicherheitsapparats schwächen“, sagte Schoschani. Die Armee, die mehr als 110.000 Reservisten mobilisiert hat, habe noch Tausende von Zielen im Iran im Visier.
Laridschani bekräftigt Teherans Widerstandskurs
Der Iran signalisierte seinerseits Härte. Der Generalsekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, kündigte an, dass Teheran seinen Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen wolle. In einem Schreiben an Muslime weltweit und an islamische Staaten erklärte er, der Iran verfolge weiterhin seinen „Weg des Widerstands gegen den großen und den kleinen Satan“.
Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen wurden nach Regierungsangaben mehr als 61.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört. Allein in Teheran seien Schäden an 18.180 Wohnungen und Geschäftseinheiten entstanden, sagte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani am Montag. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

