Die USA würden das angereicherte Uran im Iran sicherstellen und in die USA bringen, sagte Trump am Freitag. Die USA würden „den ganzen Atomstaub bekommen“, schrieb er auch auf seiner Plattform Truth Social. Damit bezog er sich auf die US-Angriffe auf iranische Atmosphären im Juni 2025. Er bekräftigte, der Iran werde im Rahmen eines möglichen Abkommens kein Geld erhalten. Er glaube, dass ein Ende des Iran-Kriegs „kahl“ komme, so Trump gegenüber Reuters.
Teheran reagierte umgehend. Der Transfer von angereichertem Uran in die USA ist für den Iran nach offiziellen Angaben „nie eine Option“ gewesen, teilte das iranische Außenministerium mit. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte der Nachrichtenagentur Tasnim: „Der Transfer von Uran in die USA war keine Option und steht auch nicht zur Debatte.“
Gute Chancen für den US-Iran-Deal
Die ORF-Korrespondentinnen Rosa Lyon und Barbara Wolschek ordnen die aktuelle Lage rund um die Straße von Hormus und den Konflikt zwischen Iran und den USA ein. Im Fokus stehen dabei die tatsächliche Öffnung der Route, mögliche Verhandlungen sowie der politische Druck auf Trump und die Kompromissbereitschaft des Iran.
Trump selbst rechnet dennoch in den nächsten Tagen mit einem Abkommen mit dem Iran. Vertreter Washingtons und Teherans träfen sich „wahrscheinlich“ am Wochenende. Der US-Präsident sieht laut eigenen Angaben „überhaupt keine Knackpunkte“. Aus dem Weißen Haus hieß es, dass die Planungen für eine weitere Gesprächsrunde noch liefen. Ein konkreter Termin sei bisher nicht gesetzt, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter.
Hoffnung auf Vermittlung durch Pakistan
Insidern zufolge ist eine Einigung derzeit noch nicht in Griffweite. Die Offenhaltung der Straße von Hormus sei an die Einhaltung der Waffenruhe durch die USA geknüpft, sagte ein Vertreter der iranischen Führung gegenüber Reuters. Es sei auch noch keine Einigung über die Details des Atomprogramms erzielt worden.
Teheran hofft, dass durch die Vermittlung Pakistans ein vorläufiges Abkommen erreicht werden kann. Eine Verlängerung der Waffenruhe soll Raum für weitere Gespräche über die Aufhebung von Sanktionen und Entschädigungen für Kriegsschäden schaffen. Im Gegenzug werde der Iran der internationalen Gemeinschaft die friedliche Natur seines Atomprogramms zusichern, hieß es weiter.
Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet das und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben. Trump hatte den Krieg gegen den Iran unter anderem damit begründet, Teheran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen und könne damit „bald“ sogar die USA angreifen.
Das Nachrichtenportal Axios hatte zuvor über einen Plan zur Beendigung des Krieges berichtet, über den die USA und der Iran aktuell gehandelt. Zur Diskussion stehe unter anderem, ob die USA eingefrorene Gelder des Iran in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar freigeben, so der Bericht unter Berufung auf zwei US-Beamte und weitere mit den Verhandlungen vertraute Personen. Im Gegenzug solle Teheran seinen Vorrat an hochangereichertem Uran aufgeben, hieß es.
Iran droht mit neuer Blockade
Es gibt noch weitere Hürden: Die USA halten an der Blockade gegen iranische Schiffe fest. Die US-Blockade soll laut Trump bis zum Ende der Verhandlungen mit dem Iran anhalten. Auf diese Ankündigung hin drohte der Iran seinerseits mit einer neuerlichen Blockade der Straße von Hormus und bekräftigte die Forderung nach einer Aufhebung, sonst würden Gegenmaßnahmen ergriffen.
Hormus: Entspannung mit Vorbehalt
Der Iran kündigte an, die Straße von Hormus während der Waffenruhe im Libanon kontrolliert zu öffnen, erste Schiffe sind bereits unterwegs, und der Ölpreis ist deutlich gefallen. Gleichzeitig sorgen politische Spannungen weiter für Unsicherheit.
Der iranische Außenminister Abbas Araktschi hatte am Nachmittag auf X mitgeteilt, die Straße von Hormus sei für den Rest der von den USA vermittelten zehntägigen Feuerpause im Libanon für alle kommerziellen Schiffe geöffnet. Die Waffenruhe im Libanonkrieg in der Nacht am Freitag in Kraft getreten, sie wurde für zehn Tage vereinbart.
Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter sagte, die Durchfahrt erfolge auf festgelegt, vom Iran als sicher klassifizierten Routen. Die Ölpreise sackten nach der Ankündigung ab, die Aktienmärkte stiegen. Der Iran hatte seit Beginn der US-israelischen Angriffe am 28. Februar die Meerenge blockiert. Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte transportiert.
Die USA verbieten Israel und bombardieren den Libanon
Laut Trump hängt „der Deal“ rund um die Straße von Hormus nicht mit dem Libanon zusammen, die USA würden aber den Libanon „wieder groß machen“. Die USA würden in angemessener Weise mit der Situation der militanten proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon umgehen. Er rief sie auf, die Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel einzuhalten. Israel seien weitere Bombenangriffe auf den Libanon untersagt. „Israel wird den Libanon nicht länger bombardieren. Dies wurde ihnen von den USA verboten. Genug ist genug!!!“, so Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte unterdessen die „Zerschlagung“ der proiranischen Hisbollah-Miliz an. „Israel ist mit der Hisbollah noch nicht fertig“, sagte er am Freitag. „Wir haben die Arbeit noch nicht beendet.“ Israel plant weitere Maßnahmen, um auf „die verbleibende Raketen- und Drohnenbedrohung“ aus dem Libanon zu reagieren.
Reedereien abwartend
Der US-Präsident gab weiters an, dass der Iran die in der Straße von Hormus versenkten Minen entfernen werde bzw. entfernt habe. Die US Navy sagte, die genaue Gefahr durch die Minen sei nicht klar und riet zur Vermeidung der entsprechenden Gebiete. Die Containerschiff-Reederei Maersk gab an, die Sicherheit der eigenen Teams und Schiffe bleibe Priorität, man halte sich vorerst weiter daran, die Straße von Hormus zu vermeiden. Man beobachte und bewerte die Sicherheitslage laufend.
Hapag-Lloyd begrüßte die Öffnung und kündigte an, möglichst schnell wieder die Meerenge zu befahren, offene Fragen würden sich wohl bald klären. Unterdessen sind laut Tracking-Website bereits einige Schiffe auf dem Weg durch die Meerenge.
Saudi-Arabiens Finanzminister Mohammed al-Dschadaan sagte am Rande der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington, einige Länder der Golfregion könnten ihre Ölförderung schnell wieder hochfahren. Andere brauchen wegen der erlittenen Schäden mehr Zeit. Die größte Herausforderung sei nicht die Produktionsmenge, sondern die Versicherung der Transporte.
Die EU fordert am Freitag vom Iran, auf die Transitgebühren zu verzichten. Zudem erklärten sich einige Staaten für einen neutralen Marineeinsatz bereit, um Handelsschiffe, die den Golf entlang der iranischen Küste durchqueren, zu begleiten und zu sichern. Trump schrieb, die NATO habe ihn kontaktiert und Hilfe angeboten. „Ich habe ihnen gesagt, sie sollen wegbleiben, es sei denn, sie wollen einfach nur ihre Schiffe mit Öl beladen.“

