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Tuesday, April 14, 2026

Stiftungsrat berät nach Weißmann-Rücktritt – news.ORF.at

Vier Tage nach dem Rücktritt von Roland Weißmann als ORF-Generaldirektor berät heute das Aufsichtsratsgremium, der ORF-Stiftungsrat, über die Causa. Einerseits wird der gesamte 35-köpfige Stiftungsrat vom Vorsitz – Heinz Lederer und sein Vize Gregor Schütze – über den Hergang und die Entscheidung bis zum Rücktritt informiert.

Zugleich wird Radiodirektorin Ingrid Thurnher mit der Führung der Geschäfte vertraut werden, und die Weichen für die Ausschreibung der interimistischen Führung bis Ende 2026 sollen gesetzt werden. Nach aktuellem Stand der Dinge könnte die Bestellung dafür im Juni erfolgen.

Eine zweite Ausschreibung für die reguläre nächste Funktionsperiode ab 2027 erfolgt Anfang Mai. Die Details – etwa die Kriterien – wird der Stiftungsrat in einer Sondersitzung im April beschließen. Lederer und Schütze hoffen nach eigenen Angaben für beide Ausschreibungen auf viele Kandidaturen.

„Umfassende Aufklärung“

Nach dem Rücktritt von ORF-Generaldirektor Weißmann soll es eine „umfassende Aufklärung der Causa“ mit all ihren Facetten und Hintergründen geben, kündigten ORF-Stiftungsratsvorsitzender Lederer und sein Stellvertreter Schütze am Vortag der Sitzung des ORF-Aufsichtsgremiums an.

Die Compliance-Stelle im ORF wird sich mit den Vorwürfen sexueller Belästigung, die Weißmann zurückweist, befassen. Zudem soll eine Taskforce eingerichtet werden, die sich der Führungskultur im Unternehmen annimmt.

Weißmanns Zukunft offen

Weißmann selbst ist gegenwärtig beurlaubt. Lederer und Schütze haben einen Termin mit der ORF-eigenen Compliance-Stelle vereinbart und wollen dort den Sachverhalt umfassend darlegen.

Nach Kritik insbesondere von FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler, der Lederer und Schütze einen Alleingang vorwirft, betonte Lederer, man habe „rasch“ gehandelt, nachdem die Frau sich an sie gewandt habe. In jeder Phase waren Anwälte dagegen gewesen, und man habe Weißmann nicht unter Druck gesetzt, als Generaldirektor zurückzutreten. Weißmann selbst sieht das anders und ließ über seinen Anwalt mitteilen, Lederer verbreite „Unwahrheiten“.

Auch Gremiumsreform auf Tagesordnung

Abseits der Rücktrittsturbulenzen wird sich der ORF-Stiftungsrat bei der wohl länger als üblich dauernden Sitzung auch mit einer Geschäftsordnung für das oberste ORF neue-Gremium beschäftigen. Das Verhalten von Westenthaler, der von der FPÖ in den Stiftungsrat entsandt wurde, hatte in den Sitzungen zuletzt mehrfach für Unmut unter anderen Stiftungsräten gesorgt.

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) forderte indes eine Entpolitisierung des ORF und eine neue Regelung bei der Anordnung des Generaldirektors.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

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