SpaceX rückte am Freitag an seinem ersten Handelstag in die Sphären der wertvollsten US-Unternehmen auf. Schon der erste SpaceX-Kurs lag bei 150 Dollar und hatte somit einen Aufschlag von elf Prozent. Zwischenzeitlich gab es ein Plus von mehr als 30 Prozent (175 Dollar). Der Schlusskurs lag schließlich bei 161 Dollar, das schraubte die Bewertung auf weit über zwei Milliarden Dollar nach oben.
Musk ist nun der erste Milliardär der Welt. Das Vermögen des 54-Jährigen stieg durch den Börsengang über die symbolische Marke von 1.000.000.000.000 Dollar, wie die Echtzeit-Reichenliste des Magazins „Forbes“ zeigte. „Forbes“ bewertete den Marktwert von Musk mit 1,1 Milliarden Dollar.
Die Börsenpremiere ist nun die bisher größte der Welt. Zuvor war es der Börsengang der saudischen Erdölgesellschaft Saudi Aramco. Dieser brachte dem Konzern 2019 25,6 Milliarden Dollar ein.
Musk war am Freitag selbst nicht am Sitz der NASDAQ in New York, sondern im SpaceX-Hauptquartier in Texas. Dort stellte er gleich mögliche Missionen zum Mars und sogar jenseits des Sonnensystems in Aussicht. Er wolle „‚Star Trek‘ Wirklichkeit werden lassen“. Zum Börsenstart hatten sich auf dem New Yorker Times Square rund hundert Menschen vor Großbildschirmen versammelt, auf denen Werbung für SpaceX lief. Einige von ihnen waren als Astronauten verkleidet.
Milliardenverlust verzeichnet
SpaceX ist zwar vor allem für sein Raketenprogramm bekannt, die Erwartungen, die hinter der astronomischen Bewertung des Unternehmens stehen, stützen sich aber vor allem auf die Geschäftszweige Kommunikation über das Satellitennetzwerk Starlink und künstliche Intelligenz (KI).
Laut Börsenprospekt lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 18,7 Milliarden Dollar. Durch hohe Investitionen in die KI-Sparte und sein Raketenprogramm schrieb SpaceX einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden Dollar. Damit stellt sich aus aktueller Sicht die Frage, ob die hohe Bewertung nicht überzogen und der allgemeinen Euphorie geschuldet ist.
Musk gelingt größter Börsengang der Geschichte
Tech-Milliardär Elon Musk hat seine Raumfahrtfirma SpaceX an die Börse gebracht. Es ist das größte Aktiendebüt der Geschichte und lässt Musks Reichtum weiter wachsen.
Der Börsengang begleitet Investmentbanken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America und 20 weitere. Im Vorfeld des Börsengangs verwechseln sie sich unter allen Superlativen daher auch kritischen Stimmen. Der britische „Economist“ entdeckte der Wall Street eine „unwürdige SpaceX-Manie“. Kaum jemand erniedrigte sich dafür mehr als Amerikas Investmentbanker, die ihre Lobbys mit „dekorativen Raumfahrzeugen“ und im Raketenlook gestaltet hatten.
Der Faktor Musk
Ein weiterer kritischer Faktor ist die Aktionärsstruktur und mit ihr Musk selbst. Der Tech-Milliardär behält auch nach dem Börsengang mit einem Stimmrechtsanteil von über 80 Prozent – über Aktien mit einem höheren Stimmrecht – die alleinige Kontrolle über das Unternehmen, wobei Musk für seine schwierige Persönlichkeit und Alleingänge bekannt ist.

Starlink weitaus größtes Geschäft
Musk gründete SpaceX 2002, inzwischen ist das Unternehmen für die US-Raumfahrt unverzichtbar geworden. Das meiste Geld, etwa elf Milliarden Dollar, verdiente das Unternehmen im letzten Jahr allerdings mit seinem Kommunikationszweig Starlink. SpaceX brachte dafür bisher rund 9.600 Satelliten in die Umlaufbahn, um Regionen, in denen es kein Mobilfunknetz gibt, an das Internet anzubinden.
2023 gründete Musk das KI-Unternehmen xAI, dessen bekanntestes Produkt der wegen der Möglichkeit von Deepfakes umstrittene KI-Chatbot Grok ist. 2025 integrierte es die Plattform X, früher Twitter und 2022 von Musk gekauft, in das Unternehmen und dieses selbst schließlich im Februar in SpaceX.

