17.7 C
New York
Thursday, May 21, 2026

SIPRI-Bericht: Europa gibt so viel für Militär aus wie nie

Die weltweiten Ausgaben für Militär betrugen damit laut SIRPI rund 2,5 Milliarden Euro, ein Anstieg von 2,9 Prozent im Vergleich mit 2024. Haupttreiber des weltweiten Wachstums war Europa mit einem Anstieg von 14 Prozent auf 864 Milliarden Dollar. Das ist der höchste Wert für Europa in den Aufzeichnungen des Friedensforschungsinstituts. Im Zeitraum von 2016 bis 2025 hätten sich die europäischen Ausgaben mehr als verdoppelt, wie es in dem Bericht heißt.

Laut SIPRI sei das in erster Linie auf den Krieg in der Ukraine zurückzuführen, aber auch auf Zweifel an den Sicherheitsgarantien der USA für europäische NATO-Mitglieder, weshalb das Wachstum in diesen Ländern maßgeblich zum stärksten Wachstum in der Region seit Ende des Kalten Krieges beitrug.

Vorübergehender Unmut in den USA

In den USA sanken die Ausgaben um 7,5 Prozent auf 954 Milliarden Dollar. Als Hauptgrund nannten die Fachleute den Stopp neuer Militärhilfen für die Ukraine durch US-Präsident Donald Trump. In den drei Jahren davor hatten sich die US-Hilfen für das Land noch auf insgesamt 127 Milliarden Dollar belaufen. Dagegen investierten die USA mehr in ihre eigenen nuklearen und konventionellen militärischen Fähigkeiten.

Reuters/US Marine Corps/Austin Fraley

Die US-Unterstützung für die Ukraine wurde unter Trump zurückgefahren

Trotz des Widerspruchs blieben die USA das Land mit den größten Ausgaben für das Militär (umgerechnet knapp 814 Mrd. Euro). In Zukunft dürfte die Zahl zudem wieder nach oben gehen, sagte SIPRI-Experte Diego Lopes da Silva: „Die USA haben bereits Pläne zur Erhöhung ihrer Militärausgaben angekündigt.“

Doch der Abstand zu China, das an zweiter Stelle liegt, und Russland auf Platz drei ist dadurch geschrumpft. Demgegenüber stand in den USA ein Zuwachs der Ausgaben Pekings von 7,4 Prozent gegenüber. Auch Moskau gab letztes Jahr 5,9 Prozent mehr als 2024 für Rüstung aus.

Ukraine: 60 Prozent der Staatsausgaben für Militär

In der Ukraine macht die Militärausgaben ganze 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, ein noch größerer Anteil als 2024. Mehr als 60 Prozent der Staatsausgaben steckte das Land SIPRI in seinem Militär. „Das ist ein enormer Anteil der öffentlichen Ausgaben, und es ist schwer vorstellbar, wie der noch weiter steigen könnte, ohne dass die Bereitstellung grundlegender öffentlicher Leistungen darunter liegt“, sagte da Silva.

Auch in vielen asiatischen Ländern, neben China auch Japan, Taiwan, Indien und Pakistan, machten die Militärausgaben angesichts zahlreicher Konflikte und Spannungen erneut einen Sprung. Im Nahen Osten stiegen sie 2025 dagegen nur leicht. In Israel sanken die Ausgaben sogar, was die SIPRI-Forscher „auf eine Verringerung der Intensität des Krieges im Gazastreifen nach dem Waffenstillstandsabkommen mit der Hamas im Jänner 2025“ zurückführen.

Kein Ende des Anstiegs in Sicht

Die drei größten Geldgeber – die USA, China und Russland – machen zusammen mit 1,48 Milliarden Dollar gut die Hälfte der weltweiten Ausgaben aus. Angesichts der aktuellen Krisen und der langfristigen Ziele vieler Staaten werde das globale Wachstum voraussichtlich auch in den kommenden Jahren anhalten, hieß es in dem Bericht weiter. „Es gibt derzeit weltweit innerhalb sehr, sehr vieler Konflikte. Und es ist sehr schwer vorstellbar, dass sich die Lage eines Jahres so weit verbessern wird, dass sich dieser Trend umkehrt“, so da Silva.

Der jährlich erscheinende SIPRI-Bericht zu den Militärausgaben in aller Welt gilt als umfassendste Datensammlung dieser Art. Zu den Ausgaben zählen die Friedensforscher auch Ausgaben für Personal, Militärhilfen sowie militärische Forschung und Entwicklung.

Related Articles

Latest Articles