Damit steigt die Inflation „wieder auf die Werte der ersten Jahreshälfte 2025, nachdem sie im Februar 2026 noch 2,2 Prozent betragen hat“, so die Statistik Austria in ihrer Aussendung. Der Anstieg von 0,9 Prozentpunkten gehe „schnell vollständig auf die Preisschübe bei Treibstoffen und Heizöl“ zurück. Im Februar waren die Energiepreise im Jahresvergleich noch um 4,1 Prozent zurückgegangen, im März verteuerte sich Energie dagegen um 6,1 Prozent.
Der wichtigste Inflationstreiber blieben allerdings Dienstleistungen, die nach einem Preisplus von 4,0 Prozent im Februar im März um 4,5 Prozent teurer geworden seien, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Preissprung hatte sich abgezeichnet
Der Sprung hatte sich bereits abgezeichnet: Unmittelbar nachdem die USA und Israel am letzten Februar-Tag ihren Angriffskrieg gegen den Iran begonnen hatten, waren die Ölpreise in die Höhe geschossen. Tanken wurde sofort teurer. Auch der Gaspreis schnellte in die Höhe, was für Haushalte, die mit Gas oder Fernwärme heizen, spätestens im Herbst Folgen haben dürfte.
Viele Preiseffekte werden vermutlich erst in den nächsten Wochen und Monaten spürbar. Auch die Strompreise steigen aufgrund der Abhängigkeit bei der Stromproduktion von Gaskraftwerken. Dazu dürften sich in den nächsten Monaten – aufgrund steigender Herstellungskosten – zahlreiche Produkte verteuern. Die Palette reicht von Lebensmitteln (Diesel und Düngemittel teurer, Anm.) bis zu allem, was in Plastik verpackt ist.
Wichtig für Wirtschaftsprognosen
Die Schnellschätzung ist ein wichtiger Indikator für die verschiedenen Prognosen, vor allem jene von WIFO und IHS. Die beiden Institute präsentieren ihre Frühjahrsprognose am 10. April. Die WIFO-Prognose wird dann die Grundlage des Finanzministeriums für die kurz- und mittelfristige Budgetplanung, darunter das nächste Doppelbudget 2027/28.
Und: Je dramatischer sich die Wirtschaftslage verschlechtert, desto größer wird der Druck auf die Regierung, mit Entlastungsmaßnahmen gegenzusteuern. Das kollidiert freilich mit dem Plan, das seit der Covid-Pandemie aufgelaufene große Budgetdefizit und die Verschuldungsquote zu senken, um auch wieder aus dem EU-Defizitverfahren herauszukommen.
OeNB senkte Prognose
Die Nationalbank (OeNB) hatte bereits in der Vorwoche wegen der durch den Iran-Krieg dramatisch gestiegenen Energiepreise ihre Konjunkturprognose deutlich nach unten korrigiert – und erwartet nun im Basisszenario nur noch ein Wachstum von 0,5 statt zuvor 0,8 Prozent.
Die Inflation sieht die OeNB in diesem Szenario aufs ganze Jahr gesehen bei 2,7 Prozent. Im Januar lag die heimische Inflation (genau: der EU-weit einheitliche Inflationswert, der HVPI) bei zwei, im Februar bei 2,3 Prozent. Bis Mai erwartet die OeNB demnach, dass der HVPI auf 3,0 Prozent steigt – und bis zum Jahresende auf 2,5 Prozent zurückgeht. Vor allem für die weitere Entwicklung der Inflation gibt es viele Fragezeichen.
Große Unsicherheit
Denn je länger der Nahost-Krieg dauert und die Energiepreise steigen, desto größer werden die globalen Verwerfungen in Handel und Wirtschaft sein. Im Basisszenario geht die OeNB davon aus, dass der Energiepreisschub bereits mit Jahresmitte wieder abnimmt.
Auch negatives Wachstum möglich
Sollte sich die Lage jedoch verschärfen – auch der Krieg länger andauern und die Öl- und Gaspreise stärker steigen und länger hoch bleiben – sind die Aussichten für heuer deutlich trüber. Unter der Annahme eines Ölpreises von 100 US-Dollar pro Barrel im Jahresschnitt und eines Erdgaspreises von 70 Euro je Megawattstunde im Schnitt würde das Wirtschaftswachstum um weitere 0,3 Prozentpunkte zurückfallen und nur noch bei 0,2 Prozent liegen. Die Inflation würde dann auf 3,8 Prozent steigen.
Rechnet man hier noch potenzielle Auswirkungen auf die internationalen Handelsverflechtungen Österreichs und negative Zweitrundeneffekte hinzu – dazu zahlreiche Auswirkungen auf die Nahrungsmittelpreise oder Löhne – „kann es durchaus auch sein, dass wir kein positives Wachstum für 2026 sehen“, so OeNB-Gouverneur Martin Kocher. In diesem Szenario würde ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent erwartet, gleichzeitig würde die Inflation auf 4,2 Prozent steigen.

