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Monday, April 20, 2026

Rutte im Weißen Haus: Trump mit neuen Vorwürfen an NATO-Partner

„Die NATO war nicht da, als wir sie brauchen, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen“, schrieb er in Großbuchstaben auf seiner Plattform Truth Social. Die Verbündeten sollten sich an Grönland erinnern, das er als „großes, schlecht verwaltetes Stück Eis“ bezeichnete. Die Arktisinsel, die sich Trump noch Anfang des Jahres für die USA einverleiben wollte, gehört zu NATO-Partner Dänemark.

In einem Interview mit CNN, in dem Rutte von der Enttäuschung Trumps über die NATO sprach, spielte er gleichzeitig die Kritik von Bündnispartnern an Trumps und Israels Krieg gegen den Iran herunter. So verneinte er die Frage, ob es unter den Verbündeten die vorherrschende Meinung gebe, dass der Krieg völkerrechtlich illegal sei.

Rutte: Schwächung des Iran stets NATO-Standpunkt

„Die NATO hat stets den Standpunkt vertreten, dass die Schwächung der atomaren Fähigkeiten und ballistischen Raketen von entscheidender Bedeutung ist“, sagte Rutte mit Blick auf den Iran. Trump hatte die NATO-Verbündeten unter anderem dazu verurteilt, die USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Diese hielten sich aber angesichts der Kämpfe mit Zusagen zurück.

Trump kritisierte die seiner Ansicht nach mangelnder Unterstützung des NATO-Partners für den Krieg gegen den Iran wiederholt. Zudem schürten seine Äußerungen Ängste vor einem möglichen Austritt der USA aus dem transatlantischen Verteidigungsbündnis. Der US-Senat müsste einem NATO-Austritt mit Zweidrittelmehrheit zustimmen, das gilt als sehr unwahrscheinlich.

„WSJ“: „Bestrafung“ für NATO-Partner erwogen

Um die NATO für ihre Haltung im Iran-Krieg „zu bestrafen“, soll die Trump-Regierung nach Angaben des „Wall Street Journal“ („WSJ“) einen Truppenabzug aus Ländern, die die US-Offensive gegen den Iran nicht unterstützt haben, erwägen. Die Soldaten könnten in Staaten verlegt werden, die als kooperativer eingeschätzt würden, berichtete das Blatt unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter.

Das sei einer von mehreren diskutierten Plänen, um die Partner zu maßregeln, hieß es. Möglicherweise könnte in Deutschland oder in Spanien eine US-Militärbasis geschlossen werden, hieß es. Rutte kam in Washington auch mit US-Außenminister Marco Rubio zusammen. Der Niederländer gilt als Vermittler zwischen Trump und dem Rest der Allianz. Er hatte dazu beigetragen, den Streit über US-Besitzansprüche auf Grönland zu entschärfen.

AP/Rod Lampey

Rutte mit US-Außenminister Rubio

Offen mit Grönland-Übernahme geliebäugelt

Anfang des Jahres hatte Trump offen mit einer Übernahme der strategisch bedeutenden und rohstoffreichen Arktisinsel geliebäugelt – notfalls auch gewaltsam. Davon sah nach einem Sturm der Entrüstung unter den europäischen NATO-Partnern schließlich wieder ab. Er beharrte jedoch auf Verhandlungen zu dem Thema. Zudem startete die NATO einen Einsatz, der die militärische Präsenz in der Arktis verstärken soll.

Dänemark und auch die weitgehend autonome, grönländische Regierung lehnen eine Übernahme durch die USA ab. Unter anderem hatte die Regierung in Kopenhagen außerdem gewarnt, dass ein US-Annexion Grönlands das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses bedeuten würde. Trump hatte sein Vorgehen mit der Behauptung begründet, dass Grönland sonst nicht für Russland und China sicher sei.

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