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Monday, May 11, 2026

Rücktritt als Vorstand: Dolce muss ohne Gabbana auskommen

Dolce & Gabbana wurde 1985 gegründet und entwickelte sich mit seiner vom Mittelmeer inspirierten Ästhetik schnell zu einer der weltweit bekanntesten Modemarken. Obwohl sich das Paar vor über 20 Jahren trennte, blieben sie Geschäftspartner und sind gemeinsame Eigentümer einer Holdinggesellschaft, die 80 Prozent des Unternehmens kontrolliert. Der Rest wird getrennt von Domenico Dolce, Alfonso und ihrer Schwester Dorotea gehalten.

Die Marke erlebte in den 1990er Jahren einen Popularitätsschub mit Kegel-BHs, Korsettlooks und perfekt geschnittenen schwarzen Kleidern. Die Designer greifen oft auf Dolces sizilianische Wurzeln zurück, setzen auf transparente Stoffe und Netzgewebe für die Herrenmode sowie leuchtende Blumen- und Fruchtprints und Schmuck mit überdimensionalen Kreuzen. Im Laufe der Jahre weiteten sie ihr Sortiment unter anderem an Parfüms, Wohnaccessoires und Uhren aus.

AP/Antonio Calanni

Madonna ist seit Jahrzehnten mit Dolce & Gabbana verbunden

Beliebt bei weiblichen Musikstars

Für US-Popstar Madonna entwarfen sie zahlreiche Kostüme, etwa für die „Erotica“-Tournee 1992 und die „Drowned World“-Tournee 2001. Ihre langjährige Muse saß auch bei der letzten Modenschau des Labels im Februar in der ersten Reihe. Für eine Kampagne von Dolce & Gabbana zur Neuauflage ihres Parfüms „The One“ coverte Madonna zuletzt noch in einem aufreizenden Werbevideo das Lied „La bambola“ von der italienischen Sängerin Patty Pravo.

Auch andere bekannte Musikerinnen wie Missy Elliott, Beyonce, Mary J. Blige und Kylie Minogue ließen sich von Dolce & Gabbana mit Bühnenoutfits ausstatten. Über mangelnde Prominentenpräsenz konnte sich das Unternehmen ohnehin nie beschweren, eine Modenschau im September letzten Jahres besuchte etwa Hollywood-Star Meryl Streep und ihre Kollegen Stanley Tucci – es handelte sich um einen Auftritt für die Fortsetzung des Kassenschlagers „Der Teufel trägt Prada“.

Präsentation der Herbst-Winter-Kollektion von Dolce & Gabbana während der Mailänder Fashion Week

APA/AFP/Miguel Medina

Transparente Stoffe und Netzgewebe sind nach wie vor ein Markenzeichen

Hoher Umsatz, aber Millionenschulden

Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro. Dennoch geriet Dolce & Gabbana zuletzt in finanzielle Turbulenzen. Das nicht börsennotierte Unternehmen wurde durch einen anhaltenden Einbruch im Luxussektor unter Druck gesetzt, der durch die Unsicherheit aufgrund des Krieges im Iran noch verschärft wurde.

Die Kreditgeber streben nun im Rahmen einer umfassenden Refinanzierung der Schulden in Höhe von 450 Millionen Euro eine Finanzspritze von bis zu 150 Millionen Euro an, berichtete Bloomberg am Freitag. Das von der Finanzdienstleistungsgruppe Rothschild beratene Unternehmen prüft derzeit Möglichkeiten zur Beschaffung neuer Finanzmittel, darunter die Veräußerung von Immobilien und die Erneuerung von Lizenzen.

Stefani Gabbana

IMAGO/Mairo Cinquetti

Stefano Gabbana hält noch 40 Prozent im Unternehmen

Außerdem zitierte Bloomberg Quellen, wonach Gabbana Optionen für den Ausstieg aus seinem 40-prozentigen Anteil an dem Modehaus in Erwägung zieht. Zuletzt hatte der Modekonzern die Möglichkeit eines Minderheitsinvestors oder eines Börsengangs nicht ausgeschlossen. Im Rahmen der Veränderungen in der Unternehmensführung soll das Unternehmen außerdem den ehemaligen Gucci-CEO Stefano Cantino in eine Führungsposition berufen, hieß es am Freitag. Die Einstellung könnte bereits nächste Woche bekannt gegeben werden.

Auch Luxushäuser haben zu kämpfen

Angesichts des weltweiten Nachfrageeinbruchs im Luxusgüterbereich ziehen italienische Modehäuser zunehmend Fusionen in Betracht und interessieren sich für frisches Kapital von Investoren. Nachdem Valentino im vergangenen Jahr gegen seine Kreditbedingungen verstoßen hatte, einigten sich die Eigentümer Kering SA und Mayhoola in Zusammenarbeit mit Banken auf eine Geldspritze in Höhe von 100 Millionen Euro.

Prada wiederum übernahm die Marke Gianni Versace, während Giorgio Armani in seinem Testament nach seinem Tod im September des Vorjahres anordnete, dass seine Erben innerhalb von 18 Monaten 15 Prozent der Unternehmensanteile veräußern sollen.

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