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Monday, May 11, 2026

Rohöl: OMV holt erste Tranche aus Notstandsreserve

Das Ministerium verwies in der Aussendung auf die am 11. März 2026 gemeinsam mit anderen Ländern beschlossene Beteiligung an der internationalen Collective Action der Internationalen Energieagentur (IEA). In einem ersten Schritt habe die OMV nun 56.000 Tonnen der insgesamt 325.000 Tonnen Rohöl erworben, die für die Maßnahme freigegeben wurden.

Das Öl wird zu marktüblichen Preisen veräußert und ab sofort in der OMV-Raffinerie in Schwechat bei Wien gepumpt. „Seit heute werden 56.000 Tonnen Rohöl aus den österreichischen Notstandsreserven in die Raffinerie Schwechat gepumpt“, zitierte das Ministerium am Montag Michael Niklas, Geschäftsführer der Erdöl-Lagergesellschaft (ELG).

„Für weitere Krisenszenarien gut gerüstet“

Aufgrund der Sperre der Meerenge von Hormus stehen dem Weltmarkt derzeit weniger Rohöl zur Verfügung, so Niklas: „Mit dieser koordinierten Maßnahme soll dem entgegengewirkt und so zur Marktberuhigung beigetragen werden.“ Laut Niklas sei die ELG „auf derartige Auslagerungen bestens vorbereitet und auch für mögliche weitere Krisenszenarien gut gerüstet“.

Derzeit sei die Versorgung in Österreich gesichert, merkte das Wirtschaftsministerium an. „Österreich ist vom Weltmarkt nicht abgekoppelt. Wenn sich die internationale Lage nicht entspannt, hat das auch Auswirkungen auf Österreich“, wie das Wirtschaftsministerium dazu mitteilte. Die Collective Action der IEA sei demnach „ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung des Marktes, genau deshalb beteiligt sich Österreich an der gemeinsamen internationalen Maßnahme: als Vorsorge für unser Land und zur Stabilisierung jenes Marktes, von dem auch wir abhängen“.

Die Reserve umfasst insgesamt 2,47 Millionen Tonnen

Insgesamt beträgt die Reserve Österreichs 2,47 Millionen Tonnen Rohöl, Benzin, Diesel und Kerosin. Bereits 2022 wurden wegen des Ukraine-Krieges 61.500 Tonnen Rohöl an die OMV verkauft. Die Notstandsreserve sei in Linz, Wien und Lannach gelagert, aber auch im Ölhafen in Triest, wie Niklas im Ö1-Mittagsjournal ausführte.

Das Rohöl muss in einer Raffinerie in Österreich verarbeitet werden und darf auch nur hierzulande angeboten werden. Die Freigabe von Rohöl aus der Notstandsreserve erfolgt auf Grundlage einer Verordnung des Wirtschaftsministeriums, wobei auch der Energielenkungsbeirat angehört wird. Aber auch der Hauptausschuss des Nationalrates muss der Verordnung zustimmen. Erst dann setzt das ELG die Verordnung entsprechend um.

Experte erwartet keine Auswirkungen auf den Preis

Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) sagte am Mittwoch, dass die durch den Iran ausgelösten Verwerfungen auf dem internationalen Treibstoffmarkt „zeitverzögert auch in Europa ankommen werden“. Wenn die Krise weiterhin anhält, rechnet die EU-Kommission damit, dass in Europa ab Mai fünf weniger Prozent Diesel und 15 Prozent weniger Kerosin zur Verfügung stehen werden. Österreich werde die Versorgungssicherheit nicht mit staatlichen Reserven sicherstellen, wie Hattmannsdorfer dazu angekündigt – mehr dazu in Hattmannsdorfer verweist auf staatliche Reserven.

IHS-Experte über Auswirkung der Freigabe von Ölreserven

Klaus Weyerstraß, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Höhere Studien (IHS), erwartet keine starke Auswirkung auf den Kerosinengpass durch die Freigabe der Ölreserven. Zugleich rät er im Ö1-Interview davon ab, jetzt die Reserven aufzustocken.

Am Preisniveau werde sich durch die Freigabe der ersten Tranche aber wohl nicht bzw. nur wenig geändert, bemerkte Klaus Weyerstrass vom Institut für höhere Studien (IHS) im Ö1-Mittagsjournal an. Die Ankündigung der Veröffentlichung habe demnach womöglich eine dämpfende Wirkung gehabt, jetzt sei nicht mit einem Effekt zu rechnen.

Zu bedenken gab der Ökonomie außerdem, dass Raffinerien, die aus Rohöl, Kerosin und Diesel herstellen können, „ohnehin schon stark ausgelastet sind“. Er erwartet demnach keine großen Auswirkungen auf die Versorgungslage, so Weyerstrass, der hier aber auch betonte: „Wenn die Preise langfristig höher bleiben, als es vor der Krise der Fall war, dann ist das mit höheren Kosten verbunden.“

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