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Friday, April 17, 2026

OeNB: Deutsches Plus bei Wohnbaukrediten

OeNB

Wer hierzulande ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen will, hat dafür 2025 wieder etwas günstigere Kredite bekommen als in den beiden Jahren davor, geschuldet war das der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) um einen Prozentpunkt. Anschauliche Zahlen zu den Folgen legten die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Freitag vor: Sie zeigen ein deutliches Plus bei Wohnbaukrediten. Doch bleibt für die meiste Sicherheit Trumpf.

„Sowohl für Unternehmen als auch für private Haushalte gingen die Kreditzinssätze für neue Kredite im Jahr 2025 zurück“, sagte OeNB-Vizegouverneurin Edeltraud Stiftinger bei der Vorstellung der neuen Zahlen. Die günstigeren Finanzierungskosten führen zu deutlich mehr Abschlüssen von Wohnbaukrediten: Gemessen am Volumen waren es 17 Milliarden Euro im Jahr 2025; 2024 waren es nur elf Milliarden Euro gewesen.

Damit blieb das Niveau zwar klar unter den Rekordwerten der Niedrigzinszeit, doch der Einbruch auf dem Kreditmarkt scheint nunmehr überwunden. Doch eines ist anhand der Zahlen bemerkenswert: Höchstmögliche Sicherheit steht in den Augen von Kreditnehmern und Kreditnehmerinnen offenbar an oberster Stelle. Die Frage, ob variabel oder fix verzinst, wird klar beantwortet.

Trend zu Fixzinsen

Fast neun von zehn im Jahr 2025 abgeschlossenen Wohnkrediten (86 Prozent) waren fix verzinst. Auch schon 2024 dominierte der Fixzins deutlich, es zeigt sich auch, dass das Plus an Kreditvergaben auch mit entsprechend mehr Fixzinsabschlüssen einhergeht. In den Jahren davor (insbesondere 2021 und 2022) hatten variable Kredite einen viel höheren Anteil, 2023 kam es dann zur Trendumkehr.

Das zeigt: Für viele heimische Haushalte dürften Planbarkeit und Sicherheit wichtiger geworden sein als ein möglicher kurzfristiger Zinsvorteil. Denn mit der Zinswende ab 2022 verteuerten sich variable Kredite deutlich. Zwar sind die Belastungen inzwischen wieder gesunken, sie liegen aber weiterhin klar über dem Niveau von davor. Die Kreditkosten bleiben damit vergleichsweise hoch.

Für Wohnbaukredite waren 2025 hierzulande deutlich weniger Zinsen zu zahlen als im Jahr 2024: Es fielen 3,6 Milliarden Euro statt 4,2 Milliarden Euro an. Auch Kreditnehmer und Kreditnehmerinnen mit bestehenden variabel verzinsten Wohnkrediten wurden zuletzt etwas entlastet. Pro 100.000 Euro Kreditschuld sanken die neuen Zinszahlungen im Jahresvergleich: 2024 waren es 4.690 Euro, 2025 nur noch 3.450 Euro.

Geändertes Sparverhalten

Auch beim Sparverhalten ist laut der OeNB-Erhebung ein Wandel erkennbar: Weil Banken 2025 weniger Zinsen auf Einlagen als im Jahr davor zahlten, wurde von Bankkunden und -kundinnen kaum noch zusätzliches Geld auf Sparkonten gelegt. Stattdessen waren hier viele bereit, mehr Risiko einzugehen, denn es wurde deutlich mehr Geld in Wertpapieren veranlagt.

Die von der OeNB vorgelegten Daten zeigen außerdem, dass sich Wohnbedürfnisse seit der Pandemie verschoben haben, verwiesen auf starke regionale Unterschiede: Immobilienpreise im ländlichen Raum sind stärker gestiegen als in den Städten. Eine mögliche Erklärung sind laut OeNB gestiegene Homeoffice-Möglichkeiten und der Wunsch nach mehr Platz oder einem Haus im Grünen.

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