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Monday, May 11, 2026

„Nicht meine Absicht“: Papst um Entspannung mit Trump bemüht

Leo XIV. hatte vor rund einer Woche die „sinnlose und unmenschliche Gewalt“ im Nahen und Mittleren Osten verurteilt und erklärt, Christen könnten nicht an der Seite jenes stehen, die „heute Bomben abwerfen“. Vor Gläubigen im Petersdom sagte der Papst: „Genug des Krieges!“ Der US-Präsident reagierte wütend auf den Aufruf und sprach von einer „schrecklichen“ Außenpolitik des Vatikans.

Mit Blick auf den Iran warf Trump dem Papst vor, sich mit einem Land gemein zu machen, „das eine Atomwaffe will“. Leo XIV. sei „eine sehr linksliberale Person, und er ist ein Mann, der nicht daran glaubt, Verbrechen zu stoppen“. Kurz darauf stellte Trump ein KI-generiertes Gemälde von sich als Jesus ins Internet, das inzwischen wieder gelöscht wurde.

Reuters/@realDonaldTrump

Mit dieser Darstellung von sich provozierte Trump die Kirche

„Moralische Pflicht“

Der Papst entgegnete daraufhin, er habe „keine Angst“ vor der Trump-Regierung und sehe es als seine „moralische Pflicht“, sich gegen den Krieg auszusprechen. Während seiner Afrikareise wies er auf dem Flug nach Angola nun vor Journalisten hin, dass die Rede schon vor zwei Wochen geschrieben worden sei – „also, bevor der Präsident etwas über mich gesagt hat und die Friedensbotschaft, die ich verbreite“.

Der Papst fügte hinzu: „Viel von dem, was seither geschrieben wurde, war Kommentar auf Kommentar im Versuch zu interpretieren, was gesagt wurde. Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen. Das liegt überhaupt nicht in meiner Absicht.“ Sein Ziel bleibe, eine Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit in der Welt zu verbreiten.

Papst Leo XIV. bei seiner Ankunft in der angolanischen Hauptstadt Luanda

APA/AFP/Alberto Pizzoli

Leo XIV. will Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit in der Welt verbreiten

Papst verurteilte Ausbeutung Afrikas

Das Oberhaupt der katholischen Kirche bereist derzeit den afrikanischen Kontinent. Nach Algerien und Kamerun kam er am Samstag in Angola an, dem dritten Land seiner Reise. Das Flugzeug des Papstes landete zu Mittag auf dem Flughafen von Angolas Hauptstadt Luanda, der dritten Station seiner Afrika-Reise. Zum Auftakt stand ein Treffen mit Präsident Joao Lourenco auf dem Programm.

Leo XIV. verurteilte dabei eine anhaltende Ausbeutung des Kontinents durch andere Länder sowie internationale Konzerne. Er kritisierte ein vermeintlich alternativloses „Entwicklungsmodell, das diskriminiert und ausgrenzt. Wie viel Leid, wie viele Tote, wie viele soziale und ökologische Katastrophen werden durch diese Logik der Ausbeutung verursacht!“

Jubelnde Gläubige in der angolanischen Hauptstadt Luanda

APA/AFP/Phill Magakoe

Hunderttausende Menschen feiern den Papst in Angola

Der Papst kritisierte auch, dass auf Afrika immer noch mit einem Blick geschaut werde, „um etwas zu nehmen“. „Diese Kette von Interessen, die das Leben auf eine Tauschware reduziert, muss durchbrochen werden.“ Dabei seien die afrikanischen Länder aber auch selbst gefordert: „Afrika muss dringend die Konflikte und Feindseligkeiten überwinden, die das soziale und politische Gefüge, damit viele Länder zerreißen und Armut und Ausgrenzung schüren.“

Armut trotz Rohstoffreichtums

Das portugiesischsprachige Land im Südwesten Afrikas ist reich an Rohstoffen und dient vor allem als Lieferant von Erdöl und Gas. Die Bevölkerung leidet aber immer noch unter den Nachwirkungen des fast drei Jahrzehnte dauernden Bürgerkriegs nach der Unabhängigkeit 1975 von Portugal. Der Konflikt hinterließ Hunderttausende Opfer und ein Land mit zerstörter Infrastruktur.

Bis heute werden Menschen von versteckten Landminen getötet oder verletzt. Ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut. Von Angolas 37 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner sind mehr als 90 Prozent Christen – rund die Hälfte davon Katholikinnen und Katholiken.

Papst Leo XIV. im Papamobil in Jaunde (Kamerun) umgeben von Gläubigen

Reuters/Luc Gnago

Gläubige in Kamerun umringen das Papmobil

Am Vormittag hatte Leo XIV. Auf dem Flughafen von Kameruns Hauptstadt Jaunde wurde noch eine Messe unter freiem Himmel abgehalten. Daran nahm nach Angaben des Vatikans rund 200.000 Menschen teil. Hunderttausende weitere Menschen hatten sich in der Umgebung aufgehalten.

Mehr Katholiken auch in Europa

Die letzte Station der Reise wird nach dem dreitägigen Aufenthalt in Angola dann Äquatorialguinea sein. Afrika gehört zu den Weltregionen, in denen die katholische Kirche wächst. Aktuell leben dort etwa 290 Millionen Katholikinnen und Katholiken – mittlerweile sogar mehr als in Europa und viele davon in jungem Alter.

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