Der Nahrungsmittelriese Nestle hat seinen bereits groß angelegten Rückruf von Säuglingsnahrung ausgeweitet, nachdem Frankreich den Grenzwert für das Toxin Cereulid gesenkt hat. Betroffen sei eine Charge der Marke Guigoz, teilte der Konzern heute mit.
Dem Schritt standen die Erwartungen von Analysten entgegen, die keine weiteren Rückrufe befürchtet hatten. Cereulid, das Übelkeit und Erbrechen verursachen kann, war in Zutaten aus einer chinesischen Fabrik nachgewiesen worden.
Die Fabrik glaubt an zahlreiche Hersteller von Säuglingsnahrung, darunter auch Danone und Lactalis. Die Funde haben in Dutzenden von Ländern, darunter auch Österreich, zu Rückrufen geführt.
Französische Justiz ermittelt
Überschattet wird der Fall von Ermittlungen der französischen Justiz. Diese prüft einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Tod zweier Säuglinge und zurückgerufenen Guigoz-Produkten, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Das französische Gesundheitsministerium und Nestlé erklärten jedoch, es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Beweise für einen solchen Zusammenhang. Ergebnisse würden in den nächsten Tagen erwartet.
Frankreich hatte den Grenzwert für Cereulid am Samstag nach einem Treffen mit der EU-Lebensmittelbehörde EFSA verschärft. Nestle hatte bereits im Jänner und Dezember Chargen von Guigoz und anderen Marken zurückgerufen.

