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Tuesday, February 17, 2026

Nach Verschiebung: Prozess gegen Stronach soll nun beginnen

Es ist der erste von zwei Prozessen, denen sich der 93-Jährige stellen muss. Laut mehreren kanadischen Medien erhoben insgesamt 13 Frauen Vorwürfe gegen Stronach. Am Donnerstag soll eben jener Strang in Toronto in der kanadischen Provinz Ontario starten, die übrigen Vorwürfe sollen später im Jahr in Newmarket, ebenfalls in der Provinz Ontario, behandelt werden.

Gerichtsdokumente reichen die Anschuldigungen der versuchten Vergewaltigung bis ins Jahr 1977 zurück. Weitere Frauen werfen dem milliardenschweren Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen in den 1980er, 1990er und frühen 2000er Jahren vor.

Die Behörden reagierten zunächst nicht

Einige Vorfälle ereigneten sich demnach in Toronto, weitere auch in der kanadischen Stadt Aurora, wo Stronachs ehemalige Firma Magna International ihren Hauptsitz hatte. Auch im Frühjahr 2023 soll der Milliardär sexuelle Übergriffe auf Frauen verübt haben.

Reuters/JP Moczulski (Archivbild)

Stronach bei einem Vortrag im Magna-Werk in Toronto im Mai 2007

Ein Teil der Vorwürfe soll bereits vor fast zehn Jahren an die Behörden herangetragen worden sein, wie der „Toronto Star“ Mitte 2024, im Zuge des Bekanntwerdens der Vorwürfe gegen Stronach, schrieb. Eine der Frauen habe sich bereits damals an die Polizei gewandt und den Ermittlern erzählt, der Milliardär habe sie sexuell missbraucht, als sie im Alter von 20 Jahren für ihn gearbeitet habe.

Nachdem sie auf einer Polizeistation einen umfassenden Bericht über eine „schreckliche Nacht im Juli 1980“ abgegeben hatte, habe sie nie wieder etwas von der Polizei in Toronto gehört, schrieb die Zeitung 2024. Für Stronach gilt die Unschuldsvermutung.

Pferdesport und Fußball

Stronach war in den 1950ern nach Kanada ausgewandert. Nach Gelegenheitsjobs baute er ab 1967 den Autozulieferer Magna auf, der sich zu einem der größten Konzerne in der Branche weltweit entwickeln sollte. 2010 verabschiedete sich Stronach von der Magna-Spitze.

In Österreich wurde Stronach durch sein Investment im Fußball und im Pferdesport bekannt. Stronach engagierte sich auch in der österreichischen Innenpolitik und gründete das Team Stronach.

Bei der Nationalratswahl im September 2013 stieg Stronach als Spitzenkandidat auf, und das Team Stronach zog mit 5,7 Prozent in den Nationalrat ein – weit unter den Erwartungen Stronachs, der von 20 bis 30 Prozent ausgegangen war.

Streitigkeiten bei Team Stronach

Die einzige Legislaturperiode des Teams Stronach war danach von unterschiedlichen Themen geprägt, die vom Kampf gegen Palmöl über eine Pfefferspray-Verteilaktionen bis hin zu Initiativen für ein liberaleres Waffenrecht reichten.

Schlagzeilen machen allerdings die Kalamitäten im Team Stronach, die vor allem in den Ländern für Trennungen, Abspaltungen und Alleingänge sorgt. Der Unmut wurde lauter, Parteigründer Stronach sah sich mit Rücktrittsforderungen der eigenen Leute konfrontiert.

Frank Stronach vor einem Plakat mit der Aufschrift Team Stronach im August 2015

Reuters/Heinz-Peter Bader (Archivbild)

Stronach vor einem Team-Stronach-Plakat im August 2015

2017 Auflösung bekanntgegeben

Stronach selbst antwortete mit permanentem Liebesentzug. Bereits kurz nach der Nationalratswahl hatte er – wohl aus Enttäuschung über das Ergebnis – angekündigt, sich nach und nach aus der Partei zurückzuziehen. Erfolglose Landtagswahlen trugen das Ihre bei.

Der Rückzug sollte Jahre andauern. Mitte 2016 kündigte Stronach dann an, sich mit der kommenden Nationalratswahl aus der Politik zurückzuziehen, denn: „Mir liegt Österreich sehr am Herzen, aber ich habe ein gewisses Alter.“

Im Juni 2017 wurde schließlich die Auflösung der Partei bekannt gegeben. 2018 stellte Stronach seine wirtschaftlichen Aktivitäten in Österreich vor – darunter eine Ölmühle, ein Wohnpark und der Pferdesportpark Magna Racino – zum Verkauf.

Stronach klagte Tochter und Enkelkinder

2018 klagte Stronach auch seine Tochter Belinda Stronach, zwei Enkelkinder und den ehemaligen Geschäftspartner Alon Ossip vor dem Ontario Superior Court auf 520 Millionen kanadische Dollar (rund 360 Mio. Euro), da sie angeblich das Familienvermögen, das er wieder unter seine Kontrolle bringen wollte, falsch verwaltet hätte.

Belinda Stronach, ehemaliges kanadisches Parlamentsmitglied, erhob eine Gegenklage gegen ihren Vater und erklärte in ihrer Klageerwiderung, er habe riesige Geldsummen bei diversen Projekten verloren. Der Rechtsstreit wurde später beigelegt.

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