Nemesio, auch „El Mencho“ genannt, war am Sonntag bei einem Einsatz in der Stadt Tapalpa im westmexikanischen Bundesstaat Jalisco verletzt worden und auf dem Flug in die Hauptstadt Mexiko-Stadt gestorben, teilte die mexikanische Armee mit. Er war der Anführer des mächtigen Drogenkartells Jalisco Nueva Generacion und stand in Mexiko und den USA auf den Fahndungslisten. Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen Dollar (rund 12,7 Mio. Euro) für Hinweise zu seiner Ergreifung ausgesetzt.
Nach der Tötung des Drogenbosses kam es in mehreren Teilen des Landes zu gewalttätigen Ausschreitungen. In Jalisco blockierten mutmaßliche Bandenmitglieder mehr als 20 Straßen mit brennenden Autos und Lastwagen.
Hier wurden angesichts der Gewalt alle Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen sowie der Präsenzunterricht für Montag abgesagt. In der Hauptstadt des Bundesstaates Guadalajara waren die Straßen nahezu leer, Geschäfte, Apotheken und Tankstellen blieben geschlossen. Im Bundesstaat Michoacan, wo das Kartell ebenfalls aktiv ist, sowie im Badeort Puerto Vallarta gab es ähnliche Blockaden wie in Jalisco.
Flugzeuge kehrten um
Einige nordamerikanische Fluggesellschaften sagten derweil Flüge in mehrere mexikanische Städte ab. Fluggesellschaften wie United, Southwest und Air Canada teilen sich mit, die Städte Puerto Vallarta, Guadalajara und Manzanillo würden zunächst nicht mehr angeflogen. Einige Flugzeuge, die bereits auf dem Weg nach Mexiko gewesen waren, waren auf halber Strecke umgekehrt. Daraufhin verbreitete sich teilweise Panik auf den Flughäfen.
Menschen sollen zu Hause bleiben
Der Bevölkerung wurde geraten, vorerst nicht aus dem Haus zu gehen. Das US-Außenministerium rief US-Bürgerinnen und -Bürger in Mexiko auf, sich bis auf Weiteres „an ihren üblichen Aufenthaltsort in Sicherheit zu bringen und dort zu bleiben“. Die kanadische Regierung wies die Bürger des Landes in Mexiko an, „unauffällig zu bleiben“ und den Anweisungen der örtlichen Behörden Folge zu leisten. Kanadierinnen und Kanadier in den Bundesstaaten Jalisco, Michocan und Guerrero sollten sich an ihren Aufenthaltsort in Sicherheit bringen.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Sie sagten, die Regierung stehe in Abstimmung mit den Behörden der Bundesstaaten.

Besonders gewalttätige Gruppe
Das 2009 von „El Mencho“ gegründete Kartell Jalisco Nueva Generacion gilt als besonders gewalttätig und ist eines der mexikanischen Drogenkartelle, die US-Präsident Donald Trump als terroristische Organisation eingestuft hat. Die US-Behörden legen dem Kartell zur Last, Kokain, Heroin, Methamphetamin und Fentanyl aus Mexiko über die Grenze in die USA zu schmuggeln.
Die Tötung von „El Mencho“ ist der bedeutendste Schlag gegen die mexikanische Kartelle seit der Festnahme der Drogenbosse Joaquin „El Chapo“ Guzman und Ismael „El Mayo“ Zambada, die in den USA in Haft sitzen.

