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Monday, July 20, 2026

Nach Kimmel-Scherz: ABC-Sendelizenzen werden überprüft

Mehrere ABC-Lokalsender unter anderem in New York und San Francisco werden von der US-Medienaufsichtsbehörde FCC zu einer vorfristigen Erneuerung ihrer Lizenzen gezwungen. Sie verwies dabei auf bereits seit einem Jahr laufende Ermittlungen wegen angeblicher Diskriminierung bei den zum Unterhaltungsriesen Disney gehörenden Sendern.

Die Ermittlungen gehen auf die Position der Trump-Regierung zurück, Diversitätsprogramme und Antidiskriminierungsinitiativen für benachteiligte Personengruppen als Diskriminierung anderer zu betrachten. Die FCC erzwang bereits bei mehreren Telekommunikationsfirmen die Aufgabe von Initiativen für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion.

Melania Trump „werdende Witwe“

In den USA dürfte der Zeitpunkt der FCC-Forderung zur vorfristigen Lizenzerneuerung jedoch als Teil des wieder aufgeflammten Konflikts um Late-Night-Moderator Kimmel gesehen werden. Er hatte der Frau des Präsidenten in seiner Show am vergangenen Donnerstag das Strahlen einer „werdenden Witwe“ bescheinigt.

Trump schrieb daraufhin auf seiner Plattform Truth Social von einem „verabscheuungswürdigen Aufruf zur Gewalt“. Der US-Präsident und auch seine Ehefrau Melania Trump hatten ABC und Disney am Montag beauftragt, Kimmel vom Sender zu nehmen. Kimmel müsse „sofort von Disney und ABC gefeuert werden“, forderte Trump.

„Milder Spott“ über Trumps Alter

Kimmel wies die Kritik zurück und erklärte, der in seiner Sendung zwei Tage vor einem Schusswaffenvorfall am Rande des Korrespondenten mit Donald Trump gemachte Witz habe sich auf den Altersunterschied zwischen dem US-Präsidenten und seiner Ehefrau bezogen.

AP/Chris Pizzello (Archivbild)

Im September musste die ABC-Sendung „Jimmy Kimmel Live“ pausieren

Bei der umstrittenen Bemerkung über Melania Trump handle es sich um „einen sehr milden Spott über die Tatsache, dass er fast 80 Jahre alt ist – und sie jünger als ich“, sagte Kimmel in seiner Show weiter. „Wie man es auch verstehen möchte, es war auf keinen Fall ein Aufruf zu einer Ermordung, und das wissen sie“, fügte er hinzu. Trump wird im Juni 80 Jahre alt, seine Frau Melania ist 56.

Schusswaffenvorfall bei Dinner

Zwei Tage nach Kimmels Bemerkung kam es am Rande des Korrespondenten mit Trump in Washington zu einem Schusswaffenvorfall. Dabei versuchte ein bewaffneter Mann, eine Sicherheitskontrolle zu dem Veranstaltungssaal zu überwinden. Bei seiner Festnahme fielen mehrere Schüsse. Ein Gericht warf dem Verdächtigen am Montag einen Mordversuch am US-Präsidenten vor.

Sendepause im September

ABC hatte den Moderator, der Trump nahezu täglich kritisierte, im September nach einer Äußerung über den getöteten Rechtsaußen-Aktivisten Charlie Kirk für mehrere Tage vom Sender genommen. Kimmel hatte damals gesagt, Mitglieder von Trumps MAGA-Bewegung (Make America Great Again) versuchten so zu tun, als gehöre der mutmaßliche Attentäter nicht zu ihnen. Es war nicht die korrekte Beschreibung der politischen Ansichten des Festgenommenen. Kimmel entschuldigte sich später.

Konzerne gibt sich kämpferisch

Disney zeigte sich in einer Reaktion unter anderem beim Sender CNBC davon überzeugt, dass man sich an alle Regeln halten und sich für neue Lizenzen qualifizieren werde – notfalls auch über „rechtliche Kanäle“. Die Lizenzen mussten eigentlich erst 2028 und 2031 erneuert werden. Jetzt gab die FCC den ABC-Sendern 30 Tage Zeit.

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