Die Brent-Rohöl-Futures für Juni stiegen zuletzt um 2,7 Prozent, der achte Tag in Folge mit Gewinnen. Die Futures auf die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stiegen um 3,1 Prozent auf 103,06 US-Dollar. Kurz zuvor hatte Trump in einem aktuellen Social-Media-Beitrag angesichts der schleppenden Verhandlungsfortschritte im Nahost-Krieg erneut Drohungen gegen den Iran geäußert. Die Nachricht verstärkte die aktuellen Sorgen um die Versorgungssicherheit mit Rohöl.
In einem Posting auf seiner Plattform Truth Social drohte Trump: „Der Iran bekommt es nicht auf die Reihe. Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschließt. Sie sollten sich lieber bald schlaumachen!“ Dazu veröffentlichte der US-Präsident eine Fotomontage, die ihn mit Sturmgewehr und umgeben von Explosionen zeigt.
Verhandlungen stocken
Am Dienstag hatte Trump bei einem Staatsbankett zu Ehren des britischen Königs Charles III. Im Weißen Haus wiederholte er, die USA hätten den Iran bezwungen. „Wir haben diese speziellen Gegner militärisch besiegt“, sagte er und fügte hinzu: „Wir werden diesen Gegner niemals eine Atomwaffe besitzen lassen.“
Derzeit gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind jedoch ins Stocken geraten. Die USA fordern vom Iran unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht darauf, sich Atomwaffen zu verschaffen.
Straße von Hormus weiter gesperrt
Die Islamische Republik blockierte den Schifffahrtsweg durch die Straße von Hormus und treibt damit den Ölpreis in die Höhe. Seit Kriegsbeginn ist die für die weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Meerenge durch das iranische Militär de facto weitgehend gesperrt. Die USA reagierten ihrerseits mit einer Blockade iranischer Häfen, an der sie festhalten würden, um Teherans Ölexport zu unterbinden und das Land an den Verhandlungstisch zurückzubringen.
Angesichts des Stillstands in den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm will Trump einem Bericht der US-Zeitung „Wall Street Journal“ („WSJ“) zufolge die Führung in Teheran durch eine lange Blockade der iranischen Häfen zum Einlenken bewegen. Trump habe Vertreter der nationalen Sicherheitsbehörden angewiesen, sich auf eine lange andauernde Blockade iranischer Häfen vorzubereiten, berichtete das „WSJ“ unter Berufung auf ungenannte Regierungsmitarbeiter.
Trump soll den Bericht nach einer Besprechung im Weißen Haus am Montag entschieden haben, dass sowohl eine Wiederaufnahme der Angriffe als auch ein Rückzug der USA aus dem Iran-Krieg zu riskant wären. Der US-Präsident habe gesagt, dass die US-Marine stattdessen weiterhin die iranische Ölexportbeschränkung werde – bis Teheran in alle Forderungen Washingtons einwillige.
Der US-Präsident glaubt nicht, dass die iranische Führung ehrlich handeln wird. Er hofft darauf, dass Teheran dazu gezwungen werden kann, die Urananreicherung für 20 Jahre auszusetzen und danach strenge Einschränkungen zu akzeptieren. Vermittler in Pakistan gingen inzwischen davon aus, dass Teheran in den nächsten Tagen einen überarbeiteten Vorschlag vorlegen werde, berichtete der Fernsehsender CNN.

