Früher war auch alles g’schissn, aber das mit dem späten essen war in Wien vor vierzig Jahren (als ich mit dem Fortgehen anfing, Anm.) ganz unbestritten besser als heute. Dieses prachtvolle Wirtshaus beim Westbahnhof zum Beispiel, für die Spätschicht der Post, sperrte immer erst um 23 Uhr auf. Dann aber mit Wiener Küche vom Allerfeinsten, das Beinfleisch mit Dillfisolen hat sich Adepten als seither unerreichter Urmeter seiner Kunst in die Erinnerung gefressen. Oder dieses glorreiche türkische Restaurant in der Kandlgasse (oder Seidengasse, war immer schon sehr spät…). Hieß nach meiner nebeligen Erinnerung Cem und servierte bis in die späten 1980er Jahre grandioses Mezze und Kebab mit hausgemachtem Joghurt, auch noch um vier Uhr früh, wochenends gern länger.

