„Ich war nie mit Epstein befreundet“, sagte sie bei einem eigens anberaumten Pressetermin im Weißen Haus. Auch sei sie nie auf seiner Privatinsel oder in einem seiner Flugzeuge gewesen. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewußt.
Was genau die First Lady zu dem Statement veranlasst hat, war noch unklar. Beobachter halten es für möglich, dass sie damit bevorstehenden Vorwürfen zuvorkommen wollten. Fragen von Journalistinnen und Journalisten beantwortete sie nicht. Der Schritt ist umso bemerkenswerter, als US-Präsident Donald Trump und seine Regierung seit Längerem versuchen, die Causa, die Trumps zweite Amtszeit überschattet, hinter sich zu lassen. Trump warf den Demokraten vor, ihn politisch mit dem Fall angreifen zu wollen.
Das Büro von Melania Trump habe auf Nachfrage, warum die Stellungnahme jetzt abgegeben wurde, auf das Statement der Frist Lady verwiesen, berichtete die „New York Post“. Die First Lady habe „jetzt gesprochen, weil es genug ist“, so einer ihrer hochrangigen Berater, Marc Beckman, laut dem Boulevardblatt, das seit vielen Jahren eine enge Beziehung zu Donald Trump hat.
„Lügen müssen ein Ende finden“
„Donald und ich wurden von Zeit zu Zeit zu denselben Partys wie Epstein eingeladen, da sich gesellschaftliche Kreise in New York City und Palm Beach häufig überschneiden“, so Melania Trump. Eine echte Beziehung zu Epstein habe es aber nicht gegeben.
„Die Lügen, die mich mit dem schmachvollen Jeffrey Epstein verbinden, müssen heute ein Ende finden“, sagte die First Lady im Weißen Haus. Falsche Behauptungen zu einer engeren Verbindung zu Epstein hätten lediglich das Ziel, ihren Ruf zu schädigen. Gemeinsam mit ihren Anwälten werde sie dagegen vorgehen.
Den Kongress rief sie dazu auf, ein öffentliches Gehör abzuhalten, in dem alle Opfer Epsteins, die das wollten, ihre Geschichte erzählen könnten.
„Lockere Korrespondenz“
Trump nahm in ihrer Ansprache auch Bezug auf einen E-Mail-Verkehr mit Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell. „Meine E-Mail-Antwort an Maxwell kann nicht mehr als eine lockere Korrespondenz eingestuft werden“, sagte Trump, ohne Details zu nennen.
Die Demokraten aus einem Kongressausschuss hatten zuvor eine Mail aus dem Jahr 2002 veröffentlicht, die sich an „G!“ richtete und von „Melania“ unterschrieben wurde. Sie wird als Beweis für einen Austausch zwischen Maxwell und Trump gewertet. Darin geht es unter anderem um ein mögliches Treffen in New York und einen Artikel über „JE“. Absender und Empfänger wurden geschwärzt.
Trump: Donald nicht über Epstein kennengelernt
Melania Trump bestritt, ihren Ehemann Donald Trump über Jeffrey Epstein kennengelernt zu haben. „Ich bin nicht Epsteins Opfer, Epstein hat mir nicht Donald Trump vorgestellt“, sagte der 55-Jährige. „Die Lügen, die mich mit dem schändlichen Jeffrey Epstein in Verbindung bringen, müssen heute ein Ende haben“, forderte das frühere Model vor laufenden Kameras.
Über sie und Epstein kursierten seit Jahren „zahlreiche gefälschte Bilder und Behauptungen“ im Internet. „Seien Sie vorsichtig, woran Sie glauben. Diese Bilder und Geschichten sind völlig falsch“, sagte sie.
Der Skandal Epstein reicht Jahrzehnte zurück
Der Multimillionär Epstein aus New York hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem viele Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 beging Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis Suizid.
Der Fall war schon vor vielen Jahren einmal vor Gericht verhandelt worden, den Ausgang empfanden Opfer und Kritiker Epsteins allerdings als ungenügend. Der Millionär hatte sich damals zu einzelnen Punkten der Anklage schuldig bekannt. Später wurde der Fall dann nochmals aufgerollt. Epstein Star, bevor es zu einer weiteren Verurteilung hätte kommen können.

