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Thursday, April 16, 2026

März-Schnellschätzung: Erster Inflationswert seit Iran-Krieg

Das Tanken hat sich unmittelbar – und enorm – verteuert. Aber die Folgen gehen weit darüber hinaus. Der Gaspreis schnellte ebenfalls in die Höhe, was für Haushalte, die mit Gas oder Fernwärme heizen, spätestens im Herbst Folgen haben dürfte. Die Industrie leidet ebenfalls unter steigenden Produktionskosten. Und auch die Strompreise steigen aufgrund der Abhängigkeit bei der Stromproduktion von Gaskraftwerken. Dazu dürften sich in den nächsten Monaten – wegen steigender Produktionskosten – zahlreiche Produkte verteuern. Die Palette reicht von Lebensmitteln (Diesel und Düngemittel teurer, Anm.) bis alles, was in Plastik verpackt ist.

Am Dienstag präsentiert nicht nur die Statistik Austria, sondern auch Eurostat die Inflationsschnellschätzung – also für die gesamte Euro-Zone. Damit lassen sich die Auswirkungen auch auf Europa erstmals besser einordnen – auch wenn bereits jetzt klar ist, dass diese auf jeden Fall deutlich spürbar sein werden, und das auf längere Sicht.

Wichtig für Wirtschaftsprognosen

Vor allem ist die Schnellschätzung ein wichtiger Indikator für die verschiedenen Prognosen, vor allem jene des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO). WIFO und IHS (Institut für Höhere Studien) präsentieren ihre Frühjahrsprognose am 10. April. Die WIFO-Prognose wird dann die Grundlage des Finanzministeriums für die kurz- und mittelfristige Budgetplanung, darunter das nächste Doppelbudget 2027–2028.

Und: Je dramatischer sich die Wirtschaftslage verschlechtert, desto größer wird der Druck auf die Regierung, mit Entlastungsmaßnahmen gegenzusteuern. Das kollidiert freilich mit dem Plan, das seit der Covid-Pandemie aufgelaufene große Budgetdefizit und die Verschuldungsquote zu senken, um auch wieder aus dem EU-Defizitverfahren herauszukommen.

OeNB „wagt“ Prognose

Die Nationalbank (OeNB) hatte bereits in der Vorwoche wegen der durch den Iran-Krieg dramatisch gestiegenen Energiepreise ihre Konjunkturprognose deutlich nach unten korrigiert – und erwartet nun im Basisszenario nur noch ein Wachstum von 0,5 statt zuvor 0,8 Prozent.

Die Inflation sieht die OeNB in ​​diesem Szenario aufs ganze Jahr gesehen bei 2,7 Prozent. Im Januar lag die heimische Inflation (genau: der EU-weit einheitliche Inflationswert, der HVPI) bei zwei, im Februar bei 2,3 Prozent. Bis Mai erwartet die OeNB demnach, dass der HVPI auf 3,0 Prozent steigt – und bis zum Jahresende auf 2,5 Prozent zurückgeht. Vor allem für die weitere Entwicklung der Inflation gibt es viele Fragezeichen.

Große Unsicherheit

Denn je länger der Nahost-Krieg dauert und die Energiepreise steigen, desto größer werden die globalen Verwerfungen in Handel und Wirtschaft sein. Im Basisszenario geht die OeNB davon aus, dass der Energiepreisschub bereits mit Jahresmitte wieder abnimmt.

Auch negatives Wachstum möglich

Sollte sich die Lage jedoch verschärfen – auch der Krieg länger andauern und die Öl- und Gaspreise stärker steigen und länger hoch bleiben – sind die Aussichten für heuer deutlich trüber. Unter der Annahme eines Ölpreises von 100 US-Dollar pro Barrel im Jahresschnitt und eines Erdgaspreises von 70 Euro je Megawattstunde im Schnitt würde das Wirtschaftswachstum um weitere 0,3 Prozentpunkte zurückfallen und nur noch bei 0,2 Prozent liegen. Die Inflation würde dann auf 3,8 Prozent steigen.

Rechnet man hier noch potenzielle Auswirkungen auf die internationalen Handelsverflechtungen Österreichs und negative Zweitrundeneffekte hinzu – dazu zahlreiche Auswirkungen auf die Nahrungsmittelpreise oder Löhne – „kann es durchaus auch sein, dass wir kein positives Wachstum für 2026 sehen“, so OeNB-Gouverneur Martin Kocher. In diesem Szenario würde ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent erwartet, gleichzeitig würde die Inflation auf 4,2 Prozent steigen.

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