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Monday, April 20, 2026

Macron wird sich nicht in den Krieg hineinziehen lassen

Nach dem Drohnenangriff auf französische Soldaten im Irak mit einem Toten und sechs Verletzten will Frankreich sich nicht in den Iran-Krieg hineinziehen lassen. „Angesichts des andauernden Krieges nimmt Frankreich eine rein defensive Haltung ein“, sagte Präsident Emmanuel Macron heute in Paris. Frankreich befinde sich nicht im Krieg mit dem Iran und werde weiterhin „Besonnenheit, Gelassenheit und Entschlossenheit an den Tag legen“.

„Nach dem Angriff auf die Soldaten bei Erbil im Nordirak analysieren die französische Armee die Fakten und darüber hinaus“, sagte Macron. „Unsere Soldaten wurden angegriffen, während sie – wie wir es seit mehreren Jahren tun – im Rahmen einer internationalen Koalition gegen das Wiederaufleben des Terrorismus in der Region und im Dienst der irakischen Souveränität kämpften. Das ist natürlich inakzeptabel“, sagte der französische Präsident.

Wer hinter dem Angriff auf den von den Franzosen genutzten Stützpunkt etwa 40 Kilometer südlich von Erbil steckte, blieb zunächst unklar. Eine proiranische bewaffnete Gruppe kündigte auf dem sozialen Netzwerk Telegram an, „alle französischen Interessen im Irak und in der Region“ ins Visier nehmen zu wollen, nachdem Frankreich seinen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ in die Region verlegt habe.

Italien zieht Soldaten von Stützpunkt ab

Zuvor war gestern bereits ein italienischer Militärstützpunkt in Erbil von einer Drohne getroffen worden. Dabei wurde niemand verletzt. Die Regierung in Rom kündigte nach dem Angriff an, dass sie ihre Soldaten von dem Stützpunkt abziehe. Das sei aber lediglich „vorläufig“, sagte Verteidigungsminister Guido Crosetto dem Fernsehsender Rai Uno.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani teilte mit, es sei noch unklar, ob die Attacke sich gezielt gegen die italienischen Soldaten gerichtet habe. Die italienische Basis befindet sich innerhalb einer Militäranlage, in der sich auch Stützpunkte von Soldaten anderer Staaten, darunter aus den USA und Deutschland, befinden.

Seit Beginn des Iran-Kriegs vor fast zwei Wochen ist auch die Kurdenregion im Nordirak immer wieder mit Drohnen angegriffen worden. Die Angriffe wurden proiranischen Gruppen zugeschrieben. Die meisten Geschosse wurden von der Luftabwehr abgefangen.

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