Die israelische Armee rückt mit Bodentruppen weiter im Südlibanon vor. Die Truppen seien im Süden acht Kilometer weit von der Grenze ins Landesinnere vorgedrungen, sagte der libanesische Verteidigungsminister Michel Menassa heute in einer Kabinettssitzung.
Die Regierung wolle voraussichtlich eine Beschwerde beim UNO-Sicherheitsrat einreichen. Die dpa erfuhr aus Sicherheitskreisen ebenfalls, dass die israelische Armee weiter vordringe. Demnach waren dort auch israelische Panzer zu sehen.
Angriffe auf Beirut
Israels Armee teilte mit, die Truppen hätten in einer Schule im Ort al-Chiam Hunderte Waffen entdeckt, darunter Panzerabwehrraketen, Mörsergranaten und Sprengsätze. Libanesische Medien schlagen Israel heute auch einen Angriff auf den Süden Beiruts.
Teherans Außenministerium warf Israel einen tödlichen Angriff auf einen Wohnsitz iranischer Diplomaten im Libanon vor. Das Ministerium sprach in einer Mitteilung von sechs getöteten Diplomaten und verurteilte den Angriff aufs Schärfste.
Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Die israelische Armee hatte im Vorfeld weder eine Warnung ausgesprochen noch zur Evakuierung aufgerufen.
Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz berichtete von Bodenkämpfen mit israelischen Truppen im Grenzgebiet. Sie beanspruchte dabei mehrere Angriffe auf israelische Stellungen im südlichen Libanon für sich.
Netanjahu wird „Pufferzone“
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach Medienberichten die Einrichtung einer „größeren Pufferzone“ mit dem Ziel angekündigt, die Hisbollah weiter nach Norden zu drängen.
Viele Libanesen fürchten eine großangelegte Bodeninvasion Israels mit anschließender Besatzung im Süden des Landes. Israel hatte den Südlibanon 18 Jahre lang bis zum Jahr 2000 besetzt.

