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Monday, May 11, 2026

Kurz vor Ablauf: Trump verlängert Waffenruhe mit Iran

„Wenig überraschend sei die Führung im Iran tief gespalten“, schrieb Trump. Deshalb sollten die Waffen ruhen, bis es zu einem geeinten Vorschlag kommen werde und die Gespräche zu einem Ende kämen, „auf die eine oder die andere Art und Weise“. Trump legte kein neueres Datum für das Auslaufen der Waffenruhe fest. Aus dem Iran lag zunächst keine Reaktion vor, auch nicht aus Israel, das aber wohl Trumps Vorgaben folgen muss.

Trump, der noch Stunden davor die Wiederaufnahme der Bombardements angedroht hatte, teilte außerdem mit, er habe dem US-Militär befohlen, die Straße von Hormus weiter für Schiffe zu blockieren, die von iranischen Häfen kommen oder diese ansteuern. Teheran hatte die Blockade zuvor als Hindernis für weitere Verhandlungen und als Kriegshandlung dargestellt.

Bericht: Iran nicht bereit für weitere Verhandlungsrunde

Kurz hatte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim gemeldet, iranische Vertreter würden nicht zu Verhandlungen nach Pakistan reisen. Die USA wurden von „übertriebenen Forderungen“ in den vergangenen Tagen nicht abgerückt, und es gab daher keine nennenswerten Fortschritte, hieß es weiter. Unter diesen Umständen sei eine Teilnahme an den Verhandlungen „reine Zeitverschwendung“, hieß es in dem Bericht.

Ohne eine Verlängerung wäre die Waffenruhe am Mittwoch (Washington Ortszeit) ausgelaufen. Eine erste Verhandlungsrunde in Islamabad war vor gut einer Woche ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Über eine zweite Runde hatte es bis zuletzt keine Einigung zwischen Washington und Teheran gegeben.

Vorgänge hinter Kulissen unklar

Unklar ist, was hinter den Kulissen abläuft. Tatsächlich dürften aber unklare Machtverhältnisse im Iran und die aus Sicherheitsgründen eingeschränkten Kommunikationswege die Verhandlungen ebenso verkomplizieren wie Trumps Hin und Her bei seinen Aussagen.

Trump hatte bereits am Montag den Abschied seines Vize-Präsidenten JD Vance nach Pakistan verkündet. Einen Tag zuvor hatte Trump erklärt, dass Vance aus Sicherheitsgründen gar nicht nach Islamabad reisen werde – beide Aussagen wurden kurz darauf von US-Beamten korrigiert. Schließlich startete Vance aber am Dienstag gar nicht in Richtung Islamabad.

APA/AFP/Getty Images/Chip Somodevilla

Über die Reisepläne des US-Vizepräsidenten gab es unterschiedliche Angaben

Dass der US-Präsident bei Fragen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg immer wieder widersprüchliche Aussagen tätigt, ist Teil eines Musters, das sich in den vergangenen Wochen verstärkt hat und neben Verwirrung auch für Verärgerung in Teheran allgemein sorgt.

Trump feierte angebliche Zugeständnisse des Iran

Ende vergangener Woche schien es, als stünden die USA und der Iran kurz vor einer Einigung zur Beendigung des siebenwöchigen Krieges. Dann postete Trump in den sozialen Netzwerken über die laufenden Gespräche und telefonierte mit mehreren Reportern, während ihn pakistanische Vermittler über die laufenden Gespräche mit iranischen Beamten in Teheran informierten.

In diesen Telefonaten verkündete Trump die angeblichen Zugeständnisse des Iran. Dazu zählen US-Medien aufgrund des „unbegrenzten“ zeitlichen Aufschubs für iranische Nuklearaktivitäten, die Beendigung der Unterstützung aller Stellvertretergruppen, einschließlich Hamas und Hisbollah, sowie die Beschlagnahme des iranischen Urans durch die USA.

„Aussagen Schaden Gespräche“

Iranische Regierungsvertreter erklärten kurz darauf, sie hätte nicht alles zugestimmt, was Trump behauptet habe. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, dass „angereichertes Uran so heilig wie iranischer Boden sei“ und „unter keinen Umständen irgendwohin transportiert werde“. Trump habe innerhalb einer Stunde sieben Behauptungen aufgestellt, die allesamt falsch seien, postete der iranische Parlamentspräsident und Hauptverhandler Mohammad Bagher Ghalibaf.

Welche Version der Ereignisse wahr ist, lässt sich derzeit nicht überprüfen, allerdings räumten einige Mitarbeiter Trumps gegenüber CNN ein, dass die öffentlichen Äußerungen des Präsidenten den Gesprächen geschadet hätten. In Teheran sei man nicht glücklich darüber gewesen, dass Trump über Social Media den Eindruck erweckte, als hätten die iranischen Verhandler Punkte abgesegnet, die beim Volk zu Hause nicht populär seien, erklärte eine mit den Gesprächen vertraute Person gegenüber CNN und fügte hinzu, dass die Iraner besonders besorgt seien, schwach zu wirken.

Hormus-Aktivitäten widersprüchlich

Unübersichtlich sind auch die Aussagen und Aktivitäten rund um die Straße von Hormus, die Öffnung bzw. Schließung der Meerenge ist ein zentraler Bestandteil der Verhandlungen, da sie weltweit eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten ist. Vergangene Woche begrüßte Trump auf seiner Plattform Truth Social überschwänglich die Ankündigung Teherans, dass die Straße von Hormus „vollständig geöffnet und bereit für die kontinuierliche Durchfahrt“ sei.

Screenshot zeigt ein Posting von Donald Trump auf „Trutz Social“ über die Öffnung der Straße von Hormus

Screenshot: Truthsocial.com/@realDonaldTrump

Auf seiner Plattform „Truth Social“ postet Trump oft im Stundentakt

Der iranische Außenminister Abbas Araktschi hatte das zuvor auf der Onlineplattform X angedeutet und hinzugefügt, der Iran werde die Schifffahrtsrouten koordinieren. Später kritisierte die dem iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim Araktschi dafür, „Unklarheiten hinsichtlich der Bedingungen für die Durchfahrt“ geschaffen zu haben.

Trump erklärte daraufhin, die US-Blockade iranischer Häfen werde „in vollem Umfang“ fortgesetzt, bis die „Transaktion“ mit dem Iran abgeschlossen sei. Einen Tag später verkündete die Revolutionsgarde eine erneute Blockade der Straße von Hormus aufgrund der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen durch die USA.

Machtfrage im Iran unklar

Dass auch die iranischen Vertreter keine einheitliche Linie verfolgen, werten US-Fachleute als Signal für Unstimmigkeiten zwischen der politischen Führung und der Revolutionsgarde. Letztere sei der eigentliche Machtfaktor im Land.

Der iranische Außenminister Abbas Araqchi

APA/AFP/Türkisches Außenministerium

Der iranische Außenminister Araktschi verhandelt in Islamabad mit den USA

Normalerweise hat der Revolutionsführer in der Außen- und Sicherheitspolitik das letzte Wort. Von Modschtaba Chamenei gibt es aber seit seiner Ernennung am 8. März keine Audio- oder Videoaufnahmen, und niemand weiß, wie sein Gesundheitszustand ist und welche Rolle er in dem System spielt. In einer ihm zugeschriebenen schriftlichen Botschaft im Onlinedienst Telegram drohte er: Die „tapfere iranische Marine“ sei bereit, ihren Feinden „neue Niederlagen“ zuzufügen.

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