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Monday, May 11, 2026

Krieg in Nahost: Banges Warten für Tausende Gestrandete

Die Reisenden sind Länder gestrandet, über denen die Lufträume für zivile Flugzeuge gesperrt wurden. Davon sind die großen Drehkreuze am Golf sowie weitere wichtige Flughäfen im Nahen Osten betroffen, etwa Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi, Katar, Bahrain, Kuwait, dem Jemen, dem Irak und Israel. In vielen Ländern sind nur einige Flughäfen gesperrt, etwa in Saudi-Arabien.

Die drei großen Golf-Airlines Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways stellen alle kommerziellen Flüge bis mindestens Dienstag vollständig ein. Emirates, mit Sitz auf dem Dubai International Airport, kündigte jedoch an, dass am Montagabend spezielle Flüge zur Rückführung gestrandeter Passagiere und Passagierinnen durchgeführt werden können. Zuvor hatte auch Etihad aus Abu Dhabi erklärt, noch am Montag Flüge zur Repatriierung von Reisenden „unter strengen Sicherheitsfreigaben“ wieder aufzunehmen.

AP/Aaron Favila

Betroffene können sich derzeit nur in Geduld üben

Seiten der Austrian Airlines mit dem Mutterkonzern Lufthansa hieß es am Montag: „Aufgrund der aktuellen Situation im Nahen Osten setzen die Airlines der Lufthansa Group Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bis einschließlich 8. März aus. Die folgenden Lufträume werden ebenfalls bis einschließlich 8. März nicht genutzt: Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar, Kuwait, Bahrain, Dammam und Iran. Darüber hinaus setzen die Airlines der Lufthansa Group Flüge von und nach Dubai bis einschließlich 4. März aus. Außerdem wird der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis einschließlich 4. März nicht genutzt.“

Sonderflug nach Wien-Schwechat

Montagfrüh landete ein Sonderflug des Lufthansa-Konzerns aus der omanischen Hauptstadt Maskat auf dem Flughafen Wien-Schwechat. Mit dem Flug wurde Personal des Konzerns, darunter auch von Austrian Airlines, aus der Golfregion ausgeflogen. Derzeit sind aber keine weiteren Sonderflüge geplant, hieß es von Seiten der AUA. „Austrian Airlines prüft derzeit intensiv Möglichkeiten und Optionen, um ihren Fluggästen alternative Flugmöglichkeiten anzubieten. In dieser Sondersituation ist eine konkrete Planung jedoch eine große Herausforderung.“

Person vor der Anzeigetafel am Flughafen Wien

APA/Roland Schlager

Auch in und von Wien-Schwechat gibt es zahlreiche Flugstreichungen

Julian Jäger, Vorstand des Flughafens Wien, sagte am Montag, er sei optimistisch, dass sich die Lage in den nächsten Wochen wieder beruhigt. Pro Tag, an dem die Lufträume in der Region gesperrt sind, kamen 5.000 Passagiere aus Wien hinzu, die festsitzen. Schon am Wochenende waren 9.000 Passagiere auf 43 annullierten Flügen gestrandet – mehr dazu in noe.ORF.at.

Außenministerium ruft zur Registrierung auf

Das Außenministerium rief unterdessen österreichische Bürgerinnen und Bürger dazu auf, eine Reiseregistrierung durchzuführen, in den Unterkünften zu bleiben und den Anweisungen der örtlichen Behörden Folge zu leisten. Besondere Priorität bei der konsularischen Betreuung hatten vor allem schutzbedürftige Personen wie Kranke und Schwangere. Es ist bereits gelungen, 70 Personen aus den Emiraten herauszuholen, zum größten Teil auf dem Landweg nach Oman.

Es wird nun erhoben, ob es den Bedarf gibt und die Möglichkeit für weitere Ausreisen besteht. Das Bundesheer steht „aufgrund der Flugzeuge“ nicht zur Verfügung, Österreicher und Österreicherinnen aus der Region auszufliegen. Medienberichten zufolge ist von den beiden C-130-Hercules-Maschinen des Heeres derzeit keine einsatzfähig.

Ärger wegen Hercules-Flugzeug

Eine Maschine sei auf „Langzeitwartung“ in Portugal, eine zweite habe seit vergangener Woche ein Problem mit dem Tank. Die zuletzt noch verbliebene dritte Hercules wurde im Herbst außer Dienst gestellt. Der Vertrag für den Kauf von vier neuen Transportmaschinen des Typs C-390 Embraer wurde 2024 abgeschlossen, die erste Maschine kommt jedoch erst 2028 nach Österreich. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker sprach von einem „Skandal der Sonderklasse“. Die ÖVP machte dagegen den früheren Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) für den Zustand der Flotte verantwortlich.

Rauchsäule in der Nähe des internationalen Flughafens in Dubai

AP/Altaf Qadri

Begrenzte Sonderflüge aus Dubai sollen ab Montagabend wieder durchgeführt werden

Erste Rückholaktionen

Die deutsche Regierung bereitete dagegen die Rückholung von Kindern, Kranken und Schwangeren unter den im Nahen Osten gestrandeten Landsleuten vor. Dazu würden Maschinen von Fluglinien nach Riad und Maskat geschickt, sagte Außenminister Johann Wadephul. Tschechien schickt zwei Militärflugzeuge in den Nahen Osten, eines in den ägyptischen Küstenort Scharm al-Scheich, das andere in die jordanische Hauptstadt Amman, wie Regierungschef Andrej Babis sagte.

Generell gilt für gestrandete Reisende, sich möglichst rasch mit der Airline oder – bei Pauschalreisen – mit dem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzen. Laut EU-Fluggästeverordnung muss die Fluggesellschaft einen Ersatzflug organisieren. Eigenmächtige Neubuchungen ohne vorherige Abstimmung können dazu führen, dass man auf den Kosten sitzen bleibt. Mit Entschädigungen dürfen Reisende in diesem Fall nicht rechnen: Krieg, politische Unruhen oder akute Sicherheitsrisiken gelten als „außergewöhnliche Fälle“. Fluggesellschaften müssen dann keine Ausgleichszahlungen leisten.

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