US-Geheimdienste untersuchen Insider, wie der Iran auf eine einseitige Siegeserklärung von Präsident Donald Trump in dem seit zwei Monaten andauernden Krieg reagieren würde. Die Analyse erfolgte auf Bitte hochrangiger Regierungsvertreter, sagten zwei US-Beamte und eine weitere mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei, die Folgen eines möglichen US-Rückzugs aus dem Konflikt zu verstehen.
Einige Berater fürchten demnach, dass der Krieg bei den Kongresswahlen im Spätherbst zu schweren Verlusten für die Trumps Republikaner führen könnte.
Iran-Militäreinsatz bei US-Bevölkerung sehr unpopulär
Umfragen zufolge ist der Militäreinsatz bei der US-Bevölkerung sehr unpopulär. In einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Erhebung von Reuters/Ipsos gaben nur 26 Prozent der Befragten an, dass der Einsatz die Kosten wert gewesen sei. Lediglich 25 Prozent sagten, er habe die USA sicherer gemacht.
Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte, die USA stünden weiter in Verhandlungen mit dem Iran und ließen sich nicht zu einem schlechten Abkommen durchsetzen. Der Geheimdienst CIA teilte mit, ihm sei die berichtete Einschätzung nicht bekannt.
Tauziehen Sie um weitere Verhandlungen
Frühere Analysen gingen davon aus, dass die Führung in Teheran einen US-Abzug nach einer Siegeserklärung als eigenen Triumph werten würde, sagte ein Insider. Behielten die USA jedoch eine starke Truppenpräsenz bei, würde der Iran das eher als Verhandlungstaktik betrachten.
Trump hatte schon vor Wochen erklärt, die USA hätten den Krieg gewonnen. Zudem dauert der Konflikt inzwischen sehr viel länger, als von Trump öffentlich in Aussicht gestellt. Auch scharfe Drohungen Trumps haben den Iran bisher offensichtlich noch nicht dazu bringen können, so weit auf den US-Präsidenten zuzugehen, wie sich dieser das wünscht.

