EU-Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen hat heute in Straßburg die Details zur viel diskutierten europäischen App zur Altersverifizierung im Internet vorgestellt. Damit können Nutzerinnen und Nutzer ihr Alter beim Zugriff auf Onlineplattformen nachweisen. Ziel ist es, Onlineplattformen für zu junge Menschen zu sperren.
Entwurf als Open Source veröffentlicht
Die App wird laut Kommission mit dem Reisepass oder Personalausweis eingerichtet und dient dann beim Zugriff auf Onlinedienste als Altersnachweis. Das soll Datenschutz gewährleisten und die Weitergabe persönlicher Daten nicht nötig machen.
„Wir haben nun unseren Entwurf als Open Source veröffentlicht“, so Virkkunen. Jeder konnte dieses Modell „jetzt ausprobieren, hacken und testen“. Das Modell befindet sich noch in der Entwicklung, aber wenn es „in den Mitgliedstaaten eingeführt wird, wird es natürlich absolut sicher sein“.
Die EU-Staaten könnten die EU-Vorgabe als eigenständige App veröffentlichen oder in die europäischen digitalen Identitätswallets integrieren, die die Mitgliedstaaten bis Ende des Jahres bereitstellen sollen.
EU: Zu wenig Jugendschutz auf Facebook und Instagram
Zudem veröffentlichte die EU-Kommission ihre vorläufigen Ermittlungsergebnisse zum Jugendschutz auf Plattformen des US-Koinzerns Meta. Dabei wurde laut Virkkunen festgestellt, dass „Instagram und Facebook gegen den DSA (Digital Services Act, Anm.) verstoßen haben, weil sie es versäumt haben, Minderjährige unter 13 Jahren am Zugang zu ihren Diensten zu behindern“.
Laut DSA müssen Onlineplattformen Tools zur Altersüberprüfung einrichten, um sicherzustellen, dass die Gesetze – seien es europäische oder nationale – eingehalten werden.

