Wortgewaltig und mit teilweise ausufernden Exkursen erklärt der deutsche Bestsellerautor und Historiker Michael Wolffsohn in dem Buch Genie und Gewissen – Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismusdass Karajan eigentlich kein echter Nazi gewesen sei. Da er vielfach mit Juden zusammengearbeitet hat, konnte er auch keine antisemitischen Vorurteile haben. Aber selbst bekennende rabiate Antisemiten wie der Dirigent und Komponist Hans Pitzner haben mit Max Reinhardt, der jüdischer Herkunft war, zusammengearbeitet. Aber um diese konkreten Fakten kümmerte sich Wolffsohn nicht, sondern wirft den meisten bisherigen Publikationen „Fremdnazifizierung“ Karajans vor und attackierte heftig die Salzburger Straßennamenkommission, die die Umbenennung des Karajanplatzes vorgeschlagen hatte.

