Nach dem Fund von Metallen der seltenen Erden im Meeresboden will Japan Anfang nächsten Jahres einen Abbauversuch wagen. Die bei einer Expedition nahe der abgelegenen Pazifikinsel Minami Torishima gewannen Proben aus einer Tiefe von etwa 6.000 Metern wiesen Spuren von Yttrium auf, wie die japanische Regierungschefin Sanae Takaichi heute via X mitteilte. Yttrium sei „weltweit knapp“.
„Auf der Grundlage dieses Erfolgs planen wir, im nächsten Jahr einen umfassenden Abbauversuch durchzuführen“, fuhr Takaichi fort. Japan werde Maßnahmen ergreifen, um die „Widerstandsfähigkeit der Lieferketten zu stärken“, um „nicht übermäßig von bestimmten Ländern abhängig zu sein“. Dabei würden sowohl die Regierung als auch der Privatsektor voll einbezogen.
Sorge vor Zerstörung von Ökosystemen
Yttrium wird Takaichi unter anderem in der Automobil- und Halbleiterindustrie eingesetzt. Die japanische Agentur für Meereswissenschaften und -technologie erklärte, dass in den 50 Tonnen geborgenem Meeresbodenmaterial auch die beiden Seltene-Erden-Elemente Gadolinium und Dysprosium nachweislich seien.
Bergbaukonzerne drängen seit Langem darauf, wertvolle Mineralien auf dem Meeresgrund abzuzubauen. Wissenschaftler und Umweltgruppen sorgen dafür, dass der Tiefseebergbau unberührte Unterwasserökosysteme dauerhaft zerstört.

