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Monday, April 20, 2026

Iran: Neun Spitäler nach Angriffen außer Betrieb

Die iranische Nachrichtenagentur ILNA meldete unter Berufung auf den Parlamentsabgeordneten Mohammed Dschamalian, ein Mitglied der Gesundheitskommission, dass seit Beginn des Krieges außerdem 18 Rettungsstationen, 14 Rettungsautos und 25 Gesundheitszentren beschädigt worden seien. Der Politiker sagte, er rechne damit, dass die strategischen Medikamentenvorräte des Landes für mindestens sechs Monate reichen.

Bei einigen Wirkstoffen gibt es aber bereits Engpässe. Derzeit sind keine notwendigen Eingriffe ausgesetzt. Der Fokus liegt laut Dschamalian auf der Versorgung der landesweit 1.400 Verletzten, die stationär behandelt werden müssen.

Reutrs/Wana/Majid Asgaripour

Das Motahari-Krankenhaus in Teheran wurde durch einen US-israelischen Angriff beschädigt

Weitere Angriffe gemeldet

Ein Ende der Angriffe ist nicht absehbar. Die israelische Armee beschoss nach eigenen Angaben vom Dienstag nach einer neuen Angriffswelle des Iran eine Abschussvorrichtung für Raketen in der Islamischen Republik. Zuvor gab es auch weitere Angriffe auf Teheran. Die israelische Armee warnte außerdem vor neuen Angriffen auf die libanesischen Städte Tyros und Sidon.

Der Iran meldete als Vergeltung für die Bombardierung von Ölreserven am Dienstag Drohnenattacken auf Treibstofflager in der israelischen Hafenstadt Haifa. Die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von einer neuen Angriffswelle auf Ziele bei Tel Aviv.

Die Revolutionsgarde kündigte an, Schlagkraft und Häufigkeit ihres Raketenstarts zu erhöhen. Auch die Reichweite werde größer, zitierte das Staatsfernsehen den Kommandanten der Luft- und Raumfahrttruppe der Garde, Madschid Mussawi. Künftig würden keine Raketen mit Sprengköpfen von weniger als einer Tonne Gewicht mehr abgefeuert. Außerdem sagte die Revolutionsgarde, man werde „nicht einen Liter Öl“ durch die Straße von Hormus – die für den Öltransport entscheidende Meeresstraße entlang der iranischen Küste – passieren lassen.

Widersprüchliche Aussagen aus den USA

Das hatte scharfe Reaktionen von US-Präsident Donald Trump zur Folge, der davor um Beruhigung bemüht war und deshalb ein baldiges Ende des Angriffskrieges gegen den Iran in Aussicht gestellt hatte. Am Montag hielt Trump den Iran-Krieg für „so gut wie beendet“. Er begründete das in einem Interview mit dem US-Sender CBS mit der militärischen Schwächung des Iran durch die USA und Israel. Trump äußerte sich nicht dazu, ob und wann die Vereinigten Staaten und Israel ihre Luftangriffe auf die Islamische Republik einstellen könnten.

Trump: Iran-Krieg „so gut wie beendet“

US-Präsident Donald Trump hat in Miami ein baldiges Ende des Iran-Krieges angekündigt. Er sei „so gut wie beendet“, sagte er vor Medienvertretern. Einen konkreten Zeitpunkt nannte er nicht. Die Revolutionsgarde entgegnete, dass der Iran über das Kriegsende entscheiden werde.

Der Iran habe keine Marine, keine Kommunikationsmittel und keine Luftstreitkräfte mehr, sagte Trump. Zudem werden schnell alle Raketen des Landes zerstört und iranische Drohnen überall abgeschossen. „Wenn man sich das ansieht, haben sie nichts mehr übrig“, so der US-Präsident. „Militärisch gesehen haben sie nichts mehr übrig.“ Die USA seien dem ursprünglichen Zeitplan von vier, fünf Wochen „sehr weit“ voraus. Verteidigungsminister Pete Hegseth meinte hingegen, die verheerenden Luftangriffe auf den Iran seien „erst der Anfang“.

Netanjahu: „Sind noch nicht fertig“

Israel rechnet jedenfalls nicht mit einem raschen Kriegsende. „Unser Bestreben ist es, das iranische Volk vom Joch der Tyrannei zu befreien“, sagte Netanjahu Montagabend mit Blick auf die Führung in Teheran. Es bestehe kein Zweifel, „dass wir ihnen mit den bisherigen Maßnahmen die Knochen brechen – und wir sind noch nicht fertig“.

Das iranische Außenministerium fordert unterdessen für den Fall eines Waffenstillstands mit den USA und Israel Sicherheitsgarantien. „Wenn ein Waffenstillstand zustande kommen oder der Krieg beendet werden soll, muss es eine Garantie geben, dass aggressive Handlungen gegen den Iran nicht erneut wiederholt werden“, zitierte die Zeitung „Schargh“ Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi. Ansonsten sei ein Waffenstillstand bedeutungslos.

eine Grafik zeigt Öl- und Gasfelder, Raffinerien und Pipelines im Persischen Golf

Grafik: APA/ORF; Quelle: APA

Gas- und Ölpreise sinken

Am Dienstag setzte sich die Gefahr der Öl- und Gaspreise von Montagabend fort. Noch am Montag hatte tagsüber Rohöl der Sorte Brent zeitweise knapp 120 US-Dollar für 159 Liter erreicht. Ein Bloomberg-Bericht berichtet über Drosselten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Kuwait und den Irak ihre Ölproduktion. Pakistans Marine kündigte an, pakistanischen Schiffen in der Straße von Hormus Geleitschutz zu geben, um eine kontinuierliche Energieversorgung zu gewährleisten.

Dienstagfrüh beschoss der Iran erneut die Golfregion. Luftalarm wurde in Bahrain und Dubai ausgelöst, Saudi-Arabien meldete den Abschuss zweier Drohnen. Auf Bitte der Emirate entsendet Australien ein militärisches Aufklärungsflugzeug, Luft-Luft-Raketen und mehr als 80 Soldaten, um das Land gegen Angriffe aus dem Iran zu unterstützen.

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