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Monday, May 11, 2026

Iran-Krieg: Friedensgespräche in Islamabad „eröffnet“

„Mit dem Beginn der Gespräche von Islamabad am Samstag hat der Premierminister von Pakistan, Muhammad Shehbaz Sharif, ein Treffen mit seinem Exzellenz JD Vance, dem Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, abgehalten“, teilte Sharifs Büro am Samstag mit. Zuvor hatte Sharif Medienberichte aufgrund der iranischen Delegation erhalten.

Das Büros Sharifs bekräftigte, dass Pakistan sich darauf „freut, seine Vermittlung für beide Seiten fortzusetzen, um Fortschritte hin zu einem nachhaltigen Frieden in der Region zu erzielen“. Außenminister Ishaq Dar hatte zuvor gesagt, er hoffe, die USA und der Iran würden sich konstruktiv einbringen.

Hochrangiges Treffen

Vor dem Treffen Sharifs mit der iranischen Delegation hatte das iranische Fernsehen berichtet: „Die Modalitäten für die Gespräche zwischen dem Iran und den USA werden am Ende dieses Treffens festgelegt.“ Zuvor waren Delegationen aus Teheran und Washington in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen.

Der US-Delegation gehören neben Vance auch der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, an. Vor seinem Abflug nach Pakistan am Freitag hatte sich Vance „optimistisch“ geäußert, dass es zu einer Einigung kommen werde. Gleichzeitig warnte Teheran davor, „Spielchen zu spielen“.

Iran stellt Bedingungen

Die iranische Delegation wird von Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf geleitet, ihr gehört auch Außenminister Abbas Araktschi an.

Parlamentspräsident Ghalibaf hatte am Freitagnachmittag erneut eine Waffenruhe im Libanon und die Freigabe blockierter iranischer Vermögenswerte zur Bedingung für den Beginn von Gesprächen gemacht. Am Abend hieß es von iranischer Seite erneut, dass die Gespräche beginnen könnten, wenn die Voraussetzungen akzeptiert würden.

Insider: USA geben eingefrorene Milliarden frei

Die USA stimmten einem iranischen Insider für die Freigabe eingefrorener Gelder in Höhe von sechs Milliarden Dollar zu. Das sei an die Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormuz geknüpft, sagte der hochrangige Insider am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Er werte den Schritt als Zeichen der Ernsthaftigkeit bei den Verhandlungen mit den USA in Islamabad. Ein Vertreter der US-Regierung dementierte am Samstag jedoch Berichte über die Freigabe.

Verlängerung bis Sonntag möglich

Der genaue Ablauf der Gespräche ist weiterhin nicht offiziell. Nach Informationen des katarischen TV-Senders al-Jazeera bemühte sich Sharif um direkte Gespräche beider Seiten unter pakistanischer Beteiligung. Bei indirekten Gesprächen würden beide Delegationen in unterschiedlichen Räumen sitzen und Vermittler Nachrichten überbringen.

Sollte es Fortschritte geben, könnte es auch zu direkten Verhandlungen kommen. Auch eine Verlängerung der Verhandlungen am Sonntag soll Medienberichten zufolge bei Fortschritten möglich sein.

Der iranische Staatssender IRIB berichtete, dass die Gespräche zwischen den Iranern und der US-Seite – sofern sie tatsächlich beginnen – für den Nachmittag (Ortszeit) geplant seien.

Reuters/Asim Hafeez

Pakistan beginnt als Vermittler zwischen den USA und dem Iran

Misstrauen auf beiden Seiten

Vor den Gesprächen herrscht jedenfalls Misstrauen, das auch die Verhandlungen prägen dürften. Sowohl die israelischen Angriffe im vergangenen Jahr als auch der Krieg Ende Februar erfolgten inmitten laufender Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA.

Der iranische Staatssender IRIB zitierte außerdem Außenminister Araktschi. Er erklärte, man gehe mit „völligem Misstrauen“ in die Gespräche und werde mit aller Kraft dafür kämpfen, die Interessen und Rechte der iranischen Nation zu sichern.

Streit über Öffnung der Straße von Hormus

Die Kriegsparteien streiten neben der Waffenruhe im Libanon zudem über die Öffnung der Straße von Hormus. Es war vereinbart worden, dass der Iran die für den Welthandel wichtigen Meerenge von Hormus wieder freigibt, das bisher nur schleppend geschah.

Am Freitag kündigte Trump eine baldige Öffnung der Straße von Hormus an. „Das wird nicht einfach sein. Ich würde sagen – wir werden sie bald öffnen“. Und weiter: „Andere Länder nutzen die Meerenge. Wir haben auch andere Länder, die sich melden, und sie werden helfen.“ Welche Länder helfen wollen, sagte Trump nicht.

Fünfzehnpunkteplan und Zehnpunkteplan

Für eine langfristige Beilegung des Konflikts müssten sich die Kriegsparteien auf jeden Fall in vielen strittigen Punkten einig werden. Die USA haben einen Fünfzehnpunkteplan vorgelegt. Sie streben seit Jahren danach, das iranische Atom- und Raketenprogramm nachhaltig so weit einzuschränken, dass vom Iran keine Bedrohung mehr ausgeht.

Aus Teheran liegt ein Zehnpunkteplan vor, in dem der Iran die Kontrolle über die Meerenge am Persischen Golf für sich beansprucht und unerwünscht für die Durchfahrt verlangt. Zudem werden eine Aufhebung aller internationalen Sanktionen sowie ein Ende aller Militäreinsätze in der Region gefordert.

Appell von UNO-Chef

Unterdessen forderte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres beide Kriegsparteien auf, sich ernsthaft um eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zu bemühen. Sie müssten die Gespräche in Pakistan als Chance nutzen, „um sich in gutem Glauben um eine dauerhafte und umfassende Einigung zu wahren, mit dem Ziel, die Lage zu deeskalieren und eine Rückkehr zu Feindseligkeiten zu verhindern“, sagte UNO-Sprecher Stephane Dujarric.

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