Die Zeitung „Washington Post“ streicht einem Insider, dass im Zuge eines weitreichenden Stellenabbaus ihr Sportressort und ihre Auslandsberichterstattung zusammen. „Wir werden das Sportressort in seiner jetzigen Form schließen“, sagte Chefredakteur Matt Murray dem Insider heute in einer Videokonferenz mit der Belegschaft.
„Alle Ressorts sind betroffen“, sagte Murray laut einem Reuters vorliegenden Transkript. „Politik und Regierung wird unser größter Schreibtisch bleiben und für unsere Nutzerbindung und das Wachstum der Abonnentenzahlen von zentraler Bedeutung sein.“ Eine Stellungnahme der Zeitung lag nicht vor.
Verlage unter Druck
Die mehr als 145 Jahre alte Zeitung, die dem Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, kämpft wie viele andere Medienhäuser mit dem strukturellen Wandel der Branche. Sinkende Werbeeinnahmen im Digitalgeschäft und die veränderte Mediennutzung setzen Verlage unter Druck. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die „Washington Post“ nach Verlusten gestrichen.
In der vergangenen Woche hatten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Büros im Weißen Haus in einem Brief an Bezos gewandt. Sie warnen davor, dass weitere Kürzungen der Qualität der Berichterstattung gefährden könnten. Ihre Arbeit hängt stark von der Zusammenarbeit mit den nun von Stellenabbau bedrohten Redaktionsteilen ab, hieß es in dem Schreiben. Ein diversifizierter Newsroom sei gerade in Zeiten finanzieller Herausforderungen unerlässlich.

