Fachleute der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) haben auf Satellitenbildern Aktivitäten rund um ein unterirdisches Lager für Bestände von hoch angereichertem Uran beobachtet. Das geht aus einem bisher nicht veröffentlichten Bericht der UNO-Atombehörde vor, berichteten die Nachrichtenagenturen dpa und AP heute.
Der Bericht wurde wenige Tage vor weiteren Verhandlungen in Wien fertiggestellt, die zu einer Einigung im Atomstreit zwischen Teheran und Washington führen sollen.
IAEA ohne Zugang zu zerstörten Anlagen
Israel und die Vereinigten Staaten hatten im Vorjahr eine Reihe wichtiger Atomanlagen im Iran bombardiert, um zu verhindern, dass die Islamische Republik Atomwaffen herstellen kann. Seitdem hat der Iran keine IAEA-Inspektionen in den zerstörten Standorten zugelassen, sie sind nur mittels Satelliten im Blick der Fachleute.
Deshalb könnte die IAEA auch nicht überprüfen, ob der Iran die Herstellung von angereichertem Uran eingestellt habe und wie viel Uran derzeit vorhanden sei, hieß es in dem Bericht. Es sei „unverzichtbar und dringend“, dass Teheran umfassende Inspektionen erlaube, schrieb IAEA-Chef Rafael Grossi.
Die Behörde in Wien habe regelmäßige Aktivitäten von Fahrzeugen bei einem Zugang zu der Uranlagerstätte in Isfahan beobachtet, berichtete Grossi. Auch bei angegriffenen Anreicherungsanlagen sind Aktivitäten zu sehen, hinzugefügt er hinzu.
Großbritannien zieht Personal aus dem Iran ab
Die Sicherheitslage im Nahen Osten bleibt wegen des drohenden US-Militärschlags auf den Iran angespannt. Die USA genehmigten wegen „Sicherheitsrisiken“ die Ausreise ihres Botschaftspersonals, das nicht zur Notfallbesetzung gehört, und von deren Familien aus Israel, wie die US-Botschaft mitteilte. Außerdem rät sie US-Bürgerinnen und -Bürgern auszureisen, solange noch kommerzielle Flüge verfügbar sind.
Die britische Regierung gab bekannt, aufgrund der Sicherheitslage vorübergehend diplomatisches Personal aus dem Iran abzuziehen.

