Der europäische Dachverband für Flughafenbetreiber (ACI Europa) hat vor dem Risiko einer „systemischen Kerosinknappheit“ gewarnt, sollte der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nicht binnen drei Wochen „in stabiler und nennenswerter Weise“ wieder aufgenommen werden.
In einem Brief an die EU-Kommission, der unter anderem der Nachrichtenagentur AFP sowie der „Financial Times“ und dem „Guardian“ heute vorlag, forderte der Verband die „dringende Überwachung der Verfügbarkeit und der Versorgung“ in den nächsten sechs Monaten.
Der Iran-Krieg hat einen sprunghaften Anstieg des Kerosinpreises ausgelöst, noch stärker als beim Rohöl. Auf allen Kontinenten haben zahlreiche Fluggesellschaften ihre Tarife erhöht und Flüge aus Sicherheits- oder Rentabilitätsgründen ausgesetzt.
Brüchige Waffenruhe
Der Krieg hatte am 28. Februar mit US-israelischen Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagierte unter anderem mit der Blockade des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweit genutzten Öls, Kerosins und Gases transportiert werden.
Seit Dienstagabend gilt eine – teils brüchige – Waffenruhe, während der unter anderem eine Freigabe der Meerenge erfolgen soll – was bisher nur schleppend geschah.
Der ACI Europe vertritt nach eigenen Angaben mehr als 600 Flughäfen in 55 Ländern. In seinem Schreiben an die Kommission fordert der Lobbyverband auch eine Lockerung der europäischen Gesetzgebung, insbesondere in Bezug auf die Verringerung der Methanemissionen im Energiesektor. Als Erstes hatte die „Financial Times“ über das Schreiben berichtet.
In Österreich sind laut ACI-Website alle Verkehrsflughäfen Mitglied – Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Salzburg, Linz und Wien. Von drohenden Kerosinmängeln wurde hierzulande bisher nichts bekannt. In Italien warnen zuletzt einige kleinere, touristisch geprägte Flughäfen.

