Die von der Lawine betroffene Arlbergpassstraße ist seit 17.00 Uhr geschlossen und soll bis zumindest Sonntagfrüh nicht geöffnet werden. Bisher wurden laut Landespolizeidirektion Menschen weder noch Autos unter den Schneemassen gefunden – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at. Schon am Nachmittag wurden erste Sprengungen durchgeführt.
Der Samstag ist in der Region ein stärkerer An- und Abreisetag. Während schon viele Gäste abgereist waren, müssten sich Gäste, die es nicht bis 17.00 Uhr nach Lech-Zürs schafften, für eine Nacht eine andere Unterkunft zu suchen, sagte der Bürgermeister Gerhard Lucian (Liste Lech) gegenüber dem ORF Vorarlberg.
Verschütteter in Tirol
In allen Tiroler Landesteilen wurde wegen der großen Lawinengefahr der AT-Alarm ausgelöst. In Teilen Tirols, Vorarlbergs, Salzburgs und Kärntens ist die Lawinengefahr mancherorts groß (Warnstufe vier von fünf). Die Lawine im Tiroler Serfaus war kurz nach 10.00 Uhr im Bereich Untermotz im freien Gelände niedergegangen. Die verschüttete Person wurde in lebensbedrohlichem Zustand in die Klinik Innsbruck geflogen.
Entwarnung gab es jedoch nach einem Lawinenabgang in Kolassberg (Bezirk Innsbruck-Land) – mehr dazu in tirol.ORF.at. Zuvor waren am Freitag fünf Menschen bei Lawinenabgängen in Tirol und Vorarlberg ums Leben gekommen.
Appell von Mattle
In Tirol wird die Lawinenkommission mit einem Mehrzweckhubschrauber des Bundesheers unterstützt – mehr dazu in tirol.ORF.at. Am Freitag gab es in dem Bundesland mehr als 30 Einsätze wegen Lawinen. Die größte Lawine löste sich im freien Skiraum von St. Anton, mehrere Menschen starben. Die Identitäten wurden inzwischen geklärt – mehr dazu in tirol.ORF.at.
Der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) appellierte an die Vernunft der Wintersportler: „Berge verlangen nach Vorsicht und Eigenverantwortung.“ Der Lawinenwarndienst mahnt vor zahlreichen Gefahrenstellen. Mit dem Regen steigt die Auslösebereitschaft von spontanen Lawinen stark an.
„Situation bleibt sehr heikel“
Hohe Lawinengefahr besteht am Samstag auch in Kärnten, konkret in den Karnischen und Gailtaler Alpen sowie der Glockner Gruppe. Florian Steiner vom Lawinenwarndienst des Landes Kärnten warnte aufgrund des Neuschneees vor einer gefährlichen Mischung – mehr dazu in kaernten.ORF.at.
Der Salzburger Lawinenwarndienst stufte am Samstag die Gefahrenstufe oberhalb der Waldgrenze auf vier hoch. Gleichzeitig warnte man vor weiterem Niederschlag bei ansteigender Schneefallgrenze und starkem Wind in der Nacht am Sonntag. „Die Situation bleibt sehr heikel!“, so die Conclusio der Experten.
Hunderte Haushalte in der Steiermark ohne Strom
In der Steiermark verzeichneten die Feuerwehren am Freitag mit insgesamt 1.924 Wintereinsätzen den einsatzstärksten Tag seit 15 Jahren. Noch am Samstag waren die Auswirkungen der starken Schneefälle in der Steiermark spürbar – mehr dazu in steiermark.ORF.at. Am Samstag wurden die Arbeiten vieler Feuerwehren wieder aufgenommen. Rund 1.900 steirische Haushalte waren weiterhin ohne Strom. In Abstimmung mit den Gemeinden werden nun auch Notstromaggregate angeliefert. Einige Menschen haben seit mehr als 30 Stunden keinen Strom.
Vom Roten Kreuz hieß es am Samstag, die Einschränkungen bei nicht zeitkritischen Krankentransporten wurden zumindest teilweise aufgehoben: „In den Bezirken Hartberg-Fürstenfeld und Weiz sind entsprechende Transporte aufgrund der Witterungsbedingungen jedoch weiterhin nicht möglich.“ Pkw- und Lkw-Bergungen, umgestürzte Bäume, Schneebruch und herabhängende Strom- und Telefonleitungen sorgen für Probleme.
Lawinenwarnstufe drei in Niederösterreich
Der viele Neuschnee sorgt außerdem dafür, dass auf Niederösterreichs Bergen zum Teil eine erhebliche Lawinenwarnstufe (Warnstufe drei) gilt. Die Bergrettung rät daher zu besonderer Vorsicht. Kälte, stärkerer Wind und dann deutliche Plusgrade könnten zur gefährlichen Kombination werden – mehr dazu in noe.ORF.at. Am Sonntag soll es weitere Niederschläge bei höheren Temperaturen geben. Die Schneefallgrenze steigt, so der Lawinenwarndienst, damit erhöhe sich die Lawinengefahr unterhalb von 1.500 Metern.
Im Burgenland kam es allein am Freitag zu 850 Feuerwehreinsätzen. Samstagfrüh waren weiterhin Tausende Haushalte in den Bezirken Güssing und Jennersdorf ohne Strom – mehr dazu in burgenland.ORF.at. Im Laufe des Samstags wurden einige Straßensperren aufgehoben, einige bleiben aber bis Sonntag aufrecht.

