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Thursday, May 21, 2026

Hipp-Rückruf: Ermittlung wegen Erpressungsverdachts – news.ORF.at

Die „Presse“ hatte zuvor von einer mutmaßlichen Pressemail, die bereits am 27. März bei Hipp in Deutschland eingelangt sein soll, berichtet. In der Mail seien von der „Presse“ bis zum 2. April zwei Millionen Euro gefordert worden. Weiters seien darin gedroht worden, vergiftete Gläser in Filialen in Tschechien, der Slowakei und im Burgenland zu platzieren. Die Mail sei von Hipp aber zu spät, nämlich erst am 16. April – also am Donnerstag –, gelesen worden, berichtete die Zeitung.

Nach dem Rückruf des gesamten Sortiments an Babykostgläser von Hipp bei Spar Österreich war am Wochenende ein mit Rattengift vergiftetes Glas im Burgenland aufgetaucht. Am Sonntag wurde mitgeteilt, dass nach einem zweiten möglicherweise manipulierten Glas gesucht werde. Insgesamt könnten „Presse“-Informationen sogar zwölf verkaufte Gläser von den Vergiftungen betroffen sein.

Dass es sich um einen „mutmaßlichen Ausdrucksversuch“ handelt, hatte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zunächst am Samstag online angemerkt. Sie streichen diesen Hinweis später aus ihrer Pressemitteilung.

Schumann mahnt zu besonderer Vorsicht

Angesichts des Nachweises von Rattengift in Babynahrung mahnt Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) im Ö1-Interview eindringlich zu besonderer Vorsicht beim Kauf. Die Hinweise sollen unbedingt beachtet werden, um Risiken zu minimieren.

Ministerin mahnt zur Vorsicht

Nach dem Rückruf von Hipp-Babynahrung rief Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) am Montag weiterhin zu Vorsicht auf. „Es ist wirklich zutiefst bestürzt, dass jemand offenbar bereit ist, aus kriminellen Motiven die Gesundheit von Babys zu gefährden“, sagte sie gegenüber Ö1.

Schumann mahnte zu besonderer Vorsicht, solange die Causa nicht geklärt ist. „Es kann ja nicht nur Babys betreffen, auch Menschen mit Behinderung nützen diese Gläser“, so die Ministerin. Manipulierte Gläser sind laut Polizei an einem beschädigten Deckel oder am Fehlen des „Plopp“-Lauts beim Öffnen erkennbar. Außerdem sollen die manipulierten Gläser einen weißen Aufkleber mit rotem Ring auf dem Glasboden haben. Auch auf den Geruch ist zu achten.

„Es gibt natürlich die Notrufnummer 144, aber ich darf auch auf die Vergiftungsinformationszentrale hinweisen, die man unter 01 406 4343 erreichen kann. Bitte seien Sie vorsichtig!“, so Schumann.

Suche nach zweitem Glas mit Geschenk

Die Ermittlungen der burgenländischen Behörden konzentrieren sich am Montag intensiv auf die Suche nach dem zweiten Glas, das ebenfalls wie das bereits gesicherte Hipp-Produkt von der Spar-Filiale in Eisenstadt stammen soll – mehr dazu in burgenland.ORF.at. Wie Sprecher Helmut Marban von der Landespolizeidirektion Burgenland gegenüber dem ORF erklärte, wurden bereits Krankenhäuser, Kindergärten, Kinderkrippen und Pflegeeinrichtungen kontaktiert.

Die Suche wurde auf umliegende Gemeinden ausgeweitet, um dort Eltern von Kleinkindern über die potenzielle Gefahr zu informieren und das zweite Glas aus dem Verkehr zu ziehen. Zudem wurden am Sonntag die ungarischen Behörden über den Sachverhalt informiert, da das Glas möglicherweise auch von im dortigen Grenzgebiet ansässigen Personen erworben werden konnte. In Tschechien und der Slowakei wurden ebenfalls markierte Gläser polizeilich sichergestellt.

Von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Gefahrengefahr aufgenommen hat, hieß es am Montagvormittag von Behördensprecherin Petra Bauer, dass sie vorerst keine Angaben zum toxikologischen Gutachten zum Inhalt des ersten gesicherten Glases machen konnte.

Dm und REWE nehmen Produkt aus Regalen

Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel 190 Gramm“ gegeben. „Auch wenn es keine Empfehlungen oder Anweisungen der Behörden gibt, nehmen wir das betroffene Produkt vorsorglich aus dem Verkauf“, teilt die Drogeriemarktkette dm Österreich der APA mit.

„Außerdem werden sämtliche Produkte von Hipp-Glaskost in allen dm-Märkten und in den Verteilzentren auf Beschädigungen des Deckels oder auf Kennzeichnung überprüft.“ Für verunsicherte Konsumentinnen und Konsumenten gilt die Rücknahmegarantie für bei dm gekaufte Produkte.

Später zog auch die REWE-Gruppe nach: „Diese Rücknahme erfolgt rein präventiv, ohne Verdachtsmomente in unserem Markt, ohne Anweisung der Behörden oder der Firma Hipp“, hieß es. „Wir überprüfen darüber hinaus laufende Hipp-Produkte in unseren Märkten.“ Die Firma Hipp habe REWE offiziell mitgeteilt, dass die Hipp-Babykostgläser in diesen Märkten nicht betroffen sind.

Keine konkreten Ermittlungen in Oberösterreich

Deutsche Berichte, wonach neben dem Burgenland auch in Oberösterreich nach vergifteten Hipp-Gläsern gesucht wird, wurden gegenüber der APA dementiert. Das Landeskriminalamt sei „involviert und in Kenntnis“ sowie „in Abstimmung mit anderen Bundesländern“, sagte Jasmin Reiter, Leiterin des Büros Öffentlichkeitsarbeit der Landespolizeidirektion Oberösterreich. Es gibt jedoch keine konkreten Ermittlungen im Bundesland. Bisher sei in Oberösterreich kein Fall eines vergifteten Gläschens aufgetreten.

Zadic fordert zentrale Anlaufstelle im Ministerium

„Gerade in solchen Situationen dürfen Eltern mit ihren Sorgen nicht allein gelassen werden“, so die grüne Konsumentenschutzsprecherin Alma Zadic in einer Aussendung. „Es braucht eine zentrale Anlaufstelle im zuständigen Ministerium – eine Hotline, die schnelle Hilfe, verlässliche Informationen und konkrete Hinweise bietet und vor allem im Umgang mit betroffenen Produkten Auskunft gibt.“

Ernst Geiger, der ehemalige Leiter der Abteilung Ermittlungen, Organisierte und Allgemeine Kriminalität im Bundeskriminalamt, stellte im Ö1-Mittagsjournal zu einem möglichen Erpressungsversuch fest, dass dahinterstehende Täter bei früheren Fällen mit wenigen kontaminierten Produkten Druck aufbauen wollten, weil sie „Geld machen“ wollten. Die Absicht, jemanden zu vergiften, sei in vergangenen Ursachen nicht die primäre Motivation gewesen.

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